Deutsche Eishockey-Liga : Fast alle Fragen offen, auch für die Eisbären

Wer darf gegen wen: Vor dem letzten Eishockey-Spieltag steht in der DEL noch keine einzige Play-off-Paarung fest. Der Sonntag wird spannend.

Jörg Leopold/Claus Vetter
Der Meister kommt zum zukünftigen Meister? Mannheims Nikolai Goc (r) und Berlins Spencer Machacek kämpfen auch heute wieder um den Sieg.
Der Meister kommt zum zukünftigen Meister? Mannheims Nikolai Goc (r) und Berlins Spencer Machacek kämpfen auch heute wieder um den...Foto: dpa/Anspach

Die Kulissen bei den Spielen der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) waren am Freitag imposant. Fast 19.000 Zuschauer sahen in Köln das Derby gegen Düsseldorf, während in Hamburg und Mannheim jeweils 13.000 Fans mit ihren Teams zitterten: Es konnte eben, zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde, das letzte Heimspiel der Saison werden. In Hamburg wurde es das auch. Die Freezers sind diesmal nicht mal in den Pre-Play-offs dabei, so viel steht schon vor dem letzten Spieltag am Sonntag fest. Jetzt ist amtlich, wer alles in der Endrunde um den Titel spielen darf. Die Eisbären sind sicher dabei, starten nach dem 2:1 in Nürnberg sogar mit Heimrecht in die Viertelfinalserie. Gegen wen es dann geht, steht erst nach dem heutigen Heimspiel gegen die Adler Mannheim (14.30 Uhr, Arena am Ostbahnhof) fest.

Es ist wohl ein Beleg für die erstaunliche Ausgeglichenheit der Liga, dass vor dem Finale in der Hauptrunde noch nicht eine einzige Play-off-Begegnung sicher ist. Der Kampf um die ersten Plätze ist nämlich noch nicht entschieden. Eisbären-Trainer Uwe Krupp möchte den erreichten Heimvorteil übrigens nicht zu hoch bewerten. Klar, das sei das erste Saisonziel gewesen. „Aber aus dem Heimvorteil kann auch ein Heimnachteil werden“, sagt Krupp. „Denn die Heimmannschaft hat definitiv schon im ersten Spiel den Druck auf ihrer Seite.“

Im Falle der Eisbären wäre dieser Druck allerdings wohl eher selbst gemacht. Denn nach zwei verpassten Play-off-Teilnahmen kann die Saison schon jetzt als ein Erfolg für die Berliner gewertet werden, der Einzug ins Viertelfinale war keine Selbstverständlichkeit. Die Mannschaft hat zum Teil an ihrem Limit gespielt und auch kleine Krisen bewältigen können – so jetzt auch am Freitag. „Da haben wir einen guten Job gemacht“, sagte Uwe Krupp. Das 2:1 bei den Nürnberg Ice Tigers war nach zuvor drei Niederlagen in Serie besonders wertvoll, nun ist den Eisbären zumindest Platz drei nach der Hauptrunde sicher. Es könnte aber sogar noch besser werden, denn der Rückstand auf Spitzenreiter München und dem mit den Bayern punktgleichen Zweiten Iserlohn ist noch aufzuholen. Sogar der Hauptrundensieg ist damit am letzten Spieltag zumindest theoretisch noch möglich.

Die Eisbären müssen am Sonntag gewinnen, um Erster zu werden

Dazu ist am Sonntag im finalen Heimspiel vor den Play-offs gegen Mannheim allerdings ein Sieg mit drei Punkten nötig. Denn aufgrund des schwächeren Torverhältnisses gegenüber den zwei Punkte vor den Berlinern liegenden Konkurrenten würde bei Punktgleichheit wohl maximal Platz drei möglich sein. Und natürlich müssen München und Iserlohn ihre letzten Spiele auch erst einmal ohne eigenen Punkt verlieren. Der seit Wochen vor sich hin kriselnde Meister Mannheim unterlag am Freitag 1:4 gegen Straubing. Weil gleichzeitig auch die Freezers gegen Iserlohn verloren, sind die Adler aber schon sicher in den Pre-Play-offs. Mannheim kann sich genau wie die Eisbären noch in der Tabelle verbessern, wozu in Berlin am Sonntag Punkte nötig wären.

Sollten die Eisbären Mannheim schlagen und Tabellenerster werden, könnten sie im Viertelfinale wieder auf den Meister treffen. Bei einer Niederlage gegen die Adler könnte das keinesfalls passieren. Dann würden die Berliner im Viertelfinale ab übernächster Woche gegen Wolfsburg, Düsseldorf oder Nürnberg spielen.

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