Deutsche Eishockey-Liga : Selbst der Meister reizt nicht

Mit Geoff Ward hatten die Adler Mannheim große Pläne, doch nach nur einer Saison ist der Trainer wieder weg - weil die DEL keine gute Adresse mehr ist? Ein Kommentar

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Kaum da, schon wieder weg. Geoff Ward ist künftig Co-Trainer in New Jersey.
Kaum da, schon wieder weg. Geoff Ward ist künftig Co-Trainer in New Jersey.Foto: dpa/Wittek

Der Mann ist Deutscher Meister geworden. Acht Jahre lang hatten die Adler Mannheim, Ligakrösus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), darauf gewartet. Sie schienen mit Geoff Ward nicht nur einen Trainer gefunden zu haben, der sie zum Titel führen kann, sondern auch einen, der den Klub wieder über Jahre als Spitzenteam stabilisieren kann. Von einer neuen Ära Mannheim war die Rede. Doch daraus wird nichts, jedenfalls nicht unter Ward: Kaum gekommen, ist der Trainer schon wieder weg. Der Kanadier, zuvor Assistent bei den Boston Bruins, geht zurück in die NHL, die beste Eishockeyliga der Welt. Hört sich besser an als es ist für Ward, denn sein neuer Job trägt wieder nur die Amtsbezeichnung Co-Trainer. Und dann noch bei den New Jersey Devils. Zurzeit keine gute Adresse in der NHL, das Team kam zuletzt nicht mal in die Play-offs.

Lieber in der zweiten Reihe in der erstklassigen NHL, als in der ersten Reihe bei einem zweitklassigen... Ja, wie gutklassig ist die deutsche Liga eigentlich? Es spricht nicht für die DEL, dass selbst eine gut situierte Organisation wie die Adler Mannheim nicht schaffen, einen Trainer wie Geoff Ward zu binden. Der ERC Ingolstadt, vergangene Saison Finalgegner von Mannheim, musste seinen Startrainer Larry Huras ebenfalls nach nur einer Saison wieder ziehen lassen. Offensichtlicher Trend der jüngsten Jahre: Die deutsche Liga droht qualitativ unterzugehen angesichts der Finanzkraft der Ligen um sie herum. Da ist nicht nur die NHL, da sind die Schweden, Finnland und natürlich die russisch-geprägte KHL, die Schweiz, ja selbst Österreich. Da kann die DEL nicht mitbieten. Bei Spielern ohnehin nicht mehr und bei den renommierten Trainern nun anscheinend auch nicht.

Das aber muss nicht nur schlecht sein. Es bietet auch die Chance, jungen einheimischen Trainern die Chance zu geben. Vergangene Saison hatte nur die klamme Düsseldorfer EG den Mut – und kam mit Cristof Kreutzer bis ins Halbfinale.

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