Deutsche Formel-1-Fahrer : Von der Breite an die Spitze

So viel Heim-Grand-Prix war noch nie auf dem Nürburgring. Christian Hönicke freut sich über die vielen Deutschen in der Formel 1.

Christian Hönicke

Der Name „Großer Preis von Europa“ führt in die Irre. Denn so viel Deutschland war noch nie auf dem Nürburgring. Markus Winkelhock wird am Sonntag den freien Platz des entlassenen Niederländers Christijan Albers im Spyker übernehmen und als fünfter Einheimischer auf dem Kurs in der Eifel an den Start gehen. Fünf deutsche Fahrer also, doch ein Kandidat für den Sieg ist keiner von ihnen. In der Saison eins nach dem Überraser Michael Schumacher werden die Zuschauer das vordere bis hintere Mittelfeld bejubeln müssen. Oder Schumacher hinterhertrauern, der die nach ihm benannte Schikane einweihen wird.

Dabei besteht eigentlich kein Grund für Melancholie, auch wenn es erstmals seit 1994 nur noch ein Rennen in Deutschland gibt. Ein Rückfall in die Vorschumacherzeit ist nicht zu befürchten – Deutschland hat sich von der Sahara der Formel-1-Landkarte zu einer fruchtbaren Region entwickelt, in der der Nachwuchs gut gedeihen kann. Mit zwei Teams und bislang sechs Rennfahrern in dieser Saison stellt es derzeit sogar die stärkste Fraktion im Grand-Prix-Business.

Nick Heidfeld, Ralf Schumacher, Nico Rosberg, Adrian Sutil, Markus Winkelhock, Testfahrer Sebastian Vettel – das erste Rennen in der Nachschumacherzeit auf deutschem Boden wird vermutlich keinen deutschen Sieger haben. Doch das Fundament für die Hoffnung, dass sich daran bald etwas ändert, ist vorhanden. Vielleicht schon im nächsten Jahr auf dem Hockenheimring – dann heißt das Rennen auch wieder „Großer Preis von Deutschland“.

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