Sport : Deutsche Hockey-Frauen EM-Zweite

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Dublin Erst ein Jahr ist es her, da überraschten die deutschen Hockeyspielerinnen bei Olympia in Athen mit dem Gewinn der Goldmedaille. Im Finale der Europameisterschaft traf die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise am Samstag erneut auf die Niederlande, die sie damals mit 2:1 bezwungen hatte. In Dublin gab es diesmal zwischen beiden Teams ein 1:2. Mit der Silbermedaille qualifizierten sich die Deutschen gleichzeitig für die Weltmeisterschaft 2006 in Madrid.

„Wir haben ja nicht gegen Buxtehude verloren, sondern gegen eine, vielleicht die Top-Mannschaft der Welt“, sagte Weise, der seinen Spielerinnen eine „ganz starke EM“ bescheinigte. „Zweite Plätze bei der Champions Trophy und nun bei der EM sind der Beweis, dass das Olympiagold keine Eintagsfliege war“, sagte der deutsche Verbandspräsident Stephan Abel und erklärte sein Team trotz des Umbruchs nach Athen zur festen Größe in der Weltspitze.

Weise ist es gelungen, aus neun verbliebenen Olympiasiegerinnen und ebenso vielen Talenten eine Einheit zu formen, die sich ganz oben festgesetzt zu haben scheint. „Wir haben uns in der Weltelite etabliert“, befand Spielführerin Marion Rodewald zufrieden. „Natürlich will man jedes Finale gewinnen, doch die direkte WM-Qualifikation ist das Allerwichtigste“, urteilte Weise. Denn ein verpasstes EM-Finale hätte die WM-Ausscheidung im April in Rom und ein Terminchaos in der Bundesliga nach sich gezogen. Ab sofort kann die sportliche und finanzielle Jahresplanung auf die WM ausgerichtet werden.

Nach vier Siegen und 15:1 Toren war das 1:2 im Finale gegen den Europameister Niederlande, der bei der siebenten EM-Auflage den sechsten Titel holte, zu verkraften. Es hätte aber mehr als das dritte EM-Silber nach 1991 und 1999 herausspringen können. Eine verschlafene Anfangsphase mit Fehlern in der sonst so starken Hintermannschaft, die Ellen Hoog (7.) und Minke Booij (10.) zu den entscheidenden Treffern nutzten, waren Ursache der Niederlage, obwohl nach dem Anschlusstor von Natascha Keller (23.) noch genügend Zeit zur Ergebnisverbesserung blieb. „Alles in allem geht das Ergebnis in Ordnung“, urteilte Spielmacherin Fanny Rinne, die mit sieben Treffern beste Turnierschützin war. dpa

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