Sport : Deutsche Kanu-Meisterschaften: Rennen als bestes Training

Katrin Wagner und Andreas Dittmer, die beiden Olympiasieger von Sydney, waren bei den 80. Deutschen Kanu-Meisterschaften die überragenden Aktiven. Sie gelten nun als erste Anwärter auf Edelmetall bei den Europameisterschaften in zwei Wochen in Mailand. Die 23-jährige Potsdamerin sorgte mit neun Siegen für ein Novum in der Kanu-Geschichte. Selbst Rekord-Olympionikin Birgit Fischer, die in ihrer Heimatstadt Brandenburg erstmals als Trainerin ein Championat verfolgte, hatte nie auch nur annähernd so viele Erfolge bei einer Meisterschaft erkämpfen können. Ihre insgesamt 33 Goldmedaillen sind aber für die derzeit beste deutsche Kanutin noch weit entfernt: Katrin Wagner kommt derzeit erst auf 19. Den Jubiläumstitel verpasste die Potsdamerin aber nur, weil ihr Sieg im Vierer über 1000 m nicht als Meistertitel gewertet wurde, da nicht die Mindest-Teilnehmerzahl von fünf Booten am Start war.

"Die Rennen waren für mich das beste Training in der Vorbereitung auf die EM", sagte die Doppelolympiasiegerin und konterte damit Bedenken der Trainer, die ihr das Mammutprogramm zum Vorwurf machten. "Über die Einsätze hier haben die Vereine zu entscheiden. Ich weiß nicht, ob es so gut war, hier rund um die Uhr zu paddeln", hatte Chefcoach Capousek angemerkt.

"Abgerechnet wird erst nach der WM in Posen", sagte Capousek und wehrte alle Euphorie um die Potsdamerin ab. Katrin Wagner selbst kann es überhaupt nicht ausstehen, immer öfter als Nachfolgerin von Birgit Fischer bezeichnet zu werden. "Dazu fehlt mir noch viel. Ich wäre froh, wenn bei der EM und der WM jeweils eine Medaille im Einer herausspringen", sagte Wagner zurückhaltend. Nach ihrem Hattrick über 200 m hatte Wagner souverän die Einer über 500 und 1000 m und beide Zweier mit Manuela Mucke für sich entschieden. Da beide auch in den siegreichen Kajak-Quartetts saßen, kam auch Mucke auf die Quote von sechs Siegen.

Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer erklomm mit fünf Titeln den Thron des erfolgreichsten Athleten bei Deutschen Meisterschaften. Der seit seinem Umstieg in den Einer 1997 national unbezwungene Champion kann jetzt auf 41 Goldplaketten seit 1991 verweisen, womit er den Rekord des Olympiasieger von 1984, Ulrich Eicke (Düsseldorf), einstellte. Am Sonntag sicherte sich der 29-jährige Mecklenburger, der sein erstes Gold vor zehn Jahren gewann, den 41. Titel auf der 6000-m-Langstrecke, nachdem er zuvor in beiden Einern und Vierern gesiegt hatte.

Großer Gewinner der Kajak-Rennen im Herren-Bereich war der Magdeburger Björn Bach. Der Mann aus dem Silber-Vierer von Sydney setzte sich im Einer und Zweier über 500 m sowie in beiden Vierern durch. Weltmeister Lutz Liwowski (Essen) hielt sich mit dem Gewinn seiner Titel 33 und 34 im Einer über 1000 m und im Langstrecken-Vierer schadlos.

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