• Deutsche Klubs schlecht wie nie zuvor Finanzstarke Briten in der Champions League vorn

Sport : Deutsche Klubs schlecht wie nie zuvor Finanzstarke Briten in der Champions League vorn

Berlin - England marschiert, die Bundesliga blamiert sich – nach zwei Dritteln der Gruppenspiele der Champions League steht Deutschlands Fußball-Eliteklasse im internationalen Vergleich so schlecht da wie nie zuvor. Während Manchester United und der FC Arsenal am Mittwochabend als erste Klubs ins Achtelfinale einzogen, setzte Meister Stuttgart mit dem 2:4 in Lyon die Serie deutscher Pleiten fort. Ganze sieben Punkte sammelte das DFB-Trio mit dem VfB, Werder Bremen und Schalke 04 aus zwölf Spielen, 34 dagegen heimsten die vier englischen Klubs in 16 Partien ein. Auf je 30 kommen die ebenfalls vierfach vertretenen Italiener und Spanier.

Für Experten ist diese Entwicklung kein Wunder. „Unser entscheidendes Handicap: Wir können finanziell nicht mithalten“, sagte Günter Netzer in der „Bild“-Zeitung. „Was sich der FC Bayern in diesem Jahr ausnahmsweise finanziell an neuen Stars leisten konnte, ist für andere Topklubs normal. Die haben die Kraft, sich jedes Jahr neu zu verstärken. Und so wird die Kluft zu den deutschen Teams immer größer.“ Auch Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt vermisst die Chancengleichheit: „Wenn ein Aufsteiger in die Premier League 40 Millionen Euro aus TV-Einnahmen erhält und der VfB als Meister 26 Millionen, dann ist da eine Disbalance da. Die ganze Sache hinkt.“ Für Franz Beckenbauer ist Besserung vorerst nicht in Sicht. „Bei den TV-Einnahmen läuft Deutschland weit hinter England, Spanien und Italien her“, sagte er in „Bild“. Wenn Anfang nächsten Jahres der neue Glücksspiel-Staatsvertrag in Kraft trete, werde die Lage für die Klubs noch schlechter. „Der Staat besitzt dann das Wettmonopol und verbietet private Anbieter. In den Stadien und auf Trikots darf nicht mehr für die Unternehmen geworben werden. Da gehen geschätzte 200 bis 300 Millionen verloren“, sagte Beckenbauer und mahnte Gespräche zwischen Liga, DFB und Politik an, um „eine bessere Lösung zu finden, damit der Staatsvertrag nicht in Kraft tritt“.

Während im Land des WM-Dritten die Klagen über mangelnde Konkurrenzfähigkeit immer lauter werden, herrscht in England Jubel. Mit dem 4:0 gegen Dynamo Kiew baute Manchester United seine makellose Bilanz auf zwölf Punkte aus. Dazu reichte dem FC Arsenal im 100. Champions-League-Spiel von Trainer Arsène Wenger ein torloses Remis bei Slavia Prag. Im Tor stand abermals Manuel Almunia und nicht der deutsche Nationaltorwart Jens Lehmann.

Zum „blau-roten Monolog“ („Sport“) geriet der 2:0-Sieg des FC Barcelona gegen die harmlosen Glasgow Rangers, den Thierry Henry und Lionel Messi schon vor der Pause sicherstellten. „Die schottischen Fans nahmen Barcelona ein, aber als sie ins Camp-Nou-Stadion kamen, schliefen sie angesichts der schwachen Darbietung der Rangers ein“, beschrieb „El Pais“ das einseitige Geschehen.

Eine furiose Aufholjagd zum 4:2 gegen ZSKA Moskau hielt Inter Mailand auf Achtelfinalkurs. „Inter – was für ein Meisterwerk, ein Geniestreich“, bejubelte die „Gazzetta dello Sport“ eine Partie, in der Esteban Cambiasso und Zlatan Ibrahimovic mit je zwei Toren nach 0:2-Rückstand die Wende herbeigeführt hatten. dpa

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