Deutsche Meisterschaften im Hockey : Berliner HC: Auf nach Hamburg

Die Männer vom Berliner HC wollen in die Hockey-Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Das Frauen-Team befindet sich im Umbruch und hat die Finalrunde verpasst.

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Die Zuversicht für die Zukunft bezieht Matthew Hetherington vor allem aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Im konkreten Fall aus den Erfahrungen des letzten Wochenendes. Da hatte der Spielplan der Hockeybundesliga dem Berliner HC zwei durchaus anspruchsvolle Auswärtsaufgaben beschert. Doch beim Abstiegskandidaten Düsseldorf gewann der BHC 6:0, und dem amtierenden Meister Harvestehude trotzte das Team von Matthew Hetherington immerhin ein 2:2 ab – nachdem es eine Viertelstunde vor Schluss noch 0:2 gestanden hatte. „Wir sind mental stark“, sagt der Brite. Wer aus zwei schweren Auswärtsspielen vier Punkte holt, sollte doch in der Lage sein, auf eigenem Platz aus zwei Begegnungen sechs Punkte zu erwirtschaften.

Die werden die Berliner allerdings wohl auch benötigen, um sich als Vierter für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft in der Woche darauf in Hamburg zu qualifizieren. Die Verfolger Krefeld und Mülheim liegen nur einen Punkt respektive zwei zurück. Beide müssen jedoch zweimal auswärts ran (in Nürnberg und München) und auf einen Ausrutscher der Berliner hoffen. Gewinnt der BHC seine Heimspiele gegen den Club an der Alster (Samstag, 14 Uhr) und den Tabellenführer Uhlenhorster HC (Sonntag, 12 Uhr), bleibt er mindestens Vierter. „Nach der Leistung vom letzten Wochenende sind wir sehr zuversichtlich, dass wir das zu Hause schaffen“, sagt Nationalspieler Martin Häner.

Die Frauen des BHC, die auf der Anlage an der Wilskistraße im Anschluss an die Männer jeweils die gleichen Gegner empfangen, haben hingegen keine Chance mehr auf die Endrunde. Zum zweiten Mal seit 2004 verpassen sie das Halbfinale. Völlig überraschend kommt das nicht. Das Team befindet sich im Umbruch. Zudem hatten die Frauen nicht einmal einen eigenen Trainer, sondern wurden ebenfalls von Hetherington betreut. Im Zweifel aber stand der Brite bei den Männern an der Seitenlinie, während die Frauen sich selbst überlassen waren.

Gemessen an den Umständen hält Hetherington Platz fünf sogar für einen Erfolg. Und gemessen an den Umständen war auch nicht damit zu rechnen, dass die Männer um den Titel mitspielen würden. Neuer Trainer, neues Konzept, neue Taktik und viele junge Spieler – da waren die Erwartungen eher gedämpft. Erstes Ziel war es, genug Punkte zu holen, um in der Liga zu bleiben. Doch schon am Ende der Hinrunde hatte der BHC mehr Zähler als vor einem Jahr am Saisonende. Beim Blick auf die Tabelle war Hetherington zuletzt selbst ein bisschen überrascht. „Ui“, hat er gedacht, „wir sind ja Vierter.“ Und das soll auch so bleiben.

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