Sport : Deutsche Nebenrolle

Bei den US Open besitzen nur Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer vage Chancen

Benedikt Voigt

Berlin. Es ging um die Vergangenheit, in den letzten Tagen vor den US Open, und ein deutscher Tennisprofi spielte in ihr eine Nebenrolle. Als der 14-malige Grand-Slam-Sieger Pete Sampras am Freitag per E-Mail den Organisatoren der US Open seinen Abschied ankündigte, blickte die Tenniswelt noch einmal zurück in die 90er Jahre und erinnerte sich unter anderem seiner Duelle mit Boris Becker. Auch ging es in den letzten Tagen vor den US Open um die Zukunft, doch die deutschen Tennisspieler hatten in ihr keine Bedeutung. Unter der Überschrift „Angriff der Killerfrauen“ kümmerte sich die „New York Post“ vornehmlich um das 16-jährige russische Tennissternchen Maria Scharapowa. Welche Rolle aber spielen die deutschen Tennisprofis in der Gegenwart?

Wenn heute im New Yorker Stadtteil Flushing Meadows die US Open beginnen, stehen zwölf deutsche Tennisprofis im Hauptfeld. Einen deutschen Sieger wird es wohl nicht geben, immerhin rechnen sich Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer einige Chancen aus. Gemeinsam wird das jedoch nicht gelingen. Gewinnen sie ihre Erstrundenmatches treffen sie schon in der zweiten Runde aufeinander. „Ich möchte mindestens in die zweite Woche kommen“, sagt Rainer Schüttler. Er hatte zuletzt beständig gute Leistungen gebracht, erreichte bei den Turnieren in Indian Wells, Montreal und Cincinnati jeweils das Halbfinale. Beim Masters-Turnier in Cincinnati vor einer Woche verlor er 6:7, 6:7 gegen den US-Amerikaner Mardy Fish.

Allerdings hatte ihn dort ein Hexenschuss behindert. Nun fühlt sich der 27-Jährige fit. In der ersten Runde der US Open bekommt es der Finalist der Australien Open mit dem Australier Wayne Arthurs zu tun. „Gegen ihn spiele ich nicht sehr gerne, weil er mir keinen Rhythmus gibt“, sagte Schüttler. „Er ist ja einer der besten Aufschläger auf der Tour überhaupt, und die Bälle sind hier sehr schnell.“ Für den an Nummer acht gesetzten Deutschen geht es bei den US Open auch darum, Punkte zu sammeln, um sich für den Masters Cup in Houston zu qualifizieren.

Nicolas Kiefer schloss seine Vorbereitung auf das Turnier in Flushing Meadows mit einem 0:6, 2:6 gegen den Thailänder Paradorn Srichaphan im Halbfinale des Turniers in Long Island ab. „Ich habe mich einfach nicht gut gefühlt“, sagte Kiefer. Trotzdem ist er für sein erstes Match gegen Franco Squillari vorsichtig optimistisch. „Ich habe ein paar gute Matches gespielt, das hat geholfen, Selbstvertrauen aufzubauen.“ Alexander Popp bekommt es in der ersten Runde mit dem Slowaken Karol Kucera zu tun. Über eine Nebenrolle dürften auch Lars Burgsmüller, Tomas Behrend, Maximilian Abel und Philipp Kohlschreiber nicht hinauskommen.

Ähnlich ist die Situation bei den deutschen Damen. Barbara Rittner kann sich freuen, dass Serena und Venus Williams verletzungsbedingt abgesagt haben. Bei den French Open hatte sie gegen Serena Williams in der ersten Runde klar verloren, in Wimbledon hatte sie die Aussicht auf ein Duell mit der Weltranglistenersten in der zweiten Runde. Prompt kam sie gar nicht so weit. Im Hauptfeld stehen auch noch Anca Barna, Angelika Roesch, Marlene Weingärtner sowie die Qualifikantin Stefanie Gehrlein. „So offen war es eine ganze Weile nicht“, sagte Jennifer Capriati nach den Absagen der Williams-Schwestern. Die deutschen Spielerinnen aber dürften davon nicht profitieren.

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