• Deutsche Schwimm-Meisterschaften: Jubel bei Antje Buschschulte und Franziska van Almsick

Sport : Deutsche Schwimm-Meisterschaften: Jubel bei Antje Buschschulte und Franziska van Almsick

Franziska van Almsick hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet, Antje Buschschulte ihre Erfolgsserie fortgesetzt und die Erfolg gewohnte Sandra Völker ausgerechnet im Olympia-Jahr eine weitere schwere Niederlage eingesteckt. Am zweiten Tag der deutschen Schwimm-Meisterschaften löste die 22-jährige Berlinerin Franziska van Almsick sensationell das Olympia-Ticket über 200 m Schmetterling. "Ich bin zurück", jubelte sie nach ihrem Sieg in 2:10,58 Minuten, "mir ist ein sehr großer Stein vom Herzen gefallen".

Es war erst ihr dritter ernsthafter Start über diese Strecke. Am Samstag will Franziska van Almsick, die in Sydney ihre dritten Olympischen Spiele nach Barcelona 1992 und Atlanta 1996 erleben wird, auf ihrer Lieblingsstrecke 200 m Freistil noch einmal groß auftrumpfen. "Ich habe ein paar Jahre gebraucht, bis ich wieder an die alten Zeiten anknüpfen konnte. Ich hoffe, dieser Sieg wird mir Flügel verleihen." Auch Bundestrainer Achim Jedamsky war begeistert: "Toll, einfach toll."

Einen Tag nach ihrem Sieg mit deutschem Rekord über ihre "Nebenstrecke" 100 m Freistil wies die 21 Jahre alte Magdeburgerin Antje Buschschulte am Freitag ihre fünf Jahre ältere Konkurrentin Sandra Völker über 100 m Rücken erneut in die Schranken. In 1:01,01 Minuten holte sich die Studentin Titel und Olympia-Ticket Nummer zwei, Sandra Völker blieb als Titelverteidigerin und Europameisterin auf Rang zwei wenigstens der Startplatz für Sydney. Die Hamburgerin ist schon zur Halbzeit der deutschen Schwimm-Meisterschaften die Verliererin von Berlin. Mit dem dritten deutschen Rekord im dritten Rennen (50 m Schmetterling/24,11) war der Neusser Thomas Rupprath erneut Mann des Tages.

Antje Buschschulte hat nach zwei frustrierenden Jahren einen großen Schritt aus dem Schatten von Sandra Völker und Franziska van Almsick gemacht. Und sie wirkt sichtlich erleichtert: "Endlich ist diese Zeit vorbei." Einen Grund sieht sie in der besseren Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Bernd Henneberg. "Nicht, dass sie vorher schlecht war, aber er muss mir nicht mehr so oft in den Hintern treten." Kampfgeist bewies sie im Wasser, als sie die lange führende Sandra Völker im Spurt noch abfing. "Ich bin glücklich, aber auch etwas k.o.", sagte Siegerin Antje Buschschulte. Sandra Völker wirkte frustriert: "Ich fühle, dass etwas nicht in Ordnung ist." Eine Allergie mache ihr zu schaffen. Über 200 m Brust der Frauen sicherten sich die erfolgreiche Titelverteidigerin Anne Poleska aus Krefeld und Ina Hüging aus Münster die Sydney-Fahrkarten. Über 800 m Freistil schafften dies Hannah Stockbauer (Erlangen) und Jana Henke (Potsdam).

Der Neusser Thomas Rupprath setzte seine Rekordjagd fort. In 24,11 Sekunden sorgte er am zweiten Wettkampftag im Vorlauf über die nicht- olympischen 50 m Schmetterling für seine dritte Bestmarke, nachdem er am Vortag den 16 Jahre alten Rekord von Michael Groß über 100 m Schmetterling gleich zwei Mal verbessert hatte. Rupprath war auf der kurzen Distanz 28/100 Sekunden schneller als der Rostocker Nils Rudolph bei seinem Rekordrennen 1990 in München. "Drei Starts, drei Rekorde - das ist doch gut", stellte der 23-jährige Rupprath im Ziel fest. "Ich bin einfach gut drauf." Im Finale reichten ihm 24,17 Sekunden zum Titelgewinn. Die 50 m Schmetterling der Frauen gewann die Berlinerin Daniela Samulski in 27,27 Sekunden ebenfalls mit deutschem Rekord. Über 100 m Rücken der Männer bezwang überraschend der Wuppertaler Steffen Driesen Europarekordhalter Stev Theloke aus Chemnitz, beide qualifizierten sich für Olympia.

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