Sport : DEUTSCHER KADER

Stefan Hermanns

Wenn heute in fünf Monaten die WM beginnt, hat Jürgen Klinsmann seinen schwersten Job hinter sich. Zwei Wochen vor der Eröffnung muss der Bundestrainer den Kader bekannt gegeben haben, aus 40 Kandidaten 23 WM-Teilnehmer auswählen. Wir verraten jeden Monat auf unserer WM-Sonderseite, für wen er sich entscheiden müsste, wenn die Frist heute abliefe.

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TOR

Oliver Kahn (Bayern München). Steht tief in Klinsmanns Schuld. Die vom Bundestrainer erdachte Rotation hat Kahn wieder stark gemacht.

Robert Enke (Hannover 96). Wurde von den Kollegen aus der Bundesliga zum besten Torhüter der Hinrunde gewählt. Es hat schon größeres Unrecht gegeben.

Timo Hildebrandt (VfB Stuttgart). Gilt hinter Kahn und/oder Lehmann als gesetzt. Wieso nur?

ABWEHR

Christoph Metzelder (Borussia Dortmund). Nur eines kann seine WM-Teilnahme verhindern: eine Verletzung.

Manuel Friedrich (Mainz 05). Wo sind die guten deutschen Innenverteidiger? Manche sagen, einer spiele in Mainz.

Christian Wörns. (Borussia Dortmund). Kämpft mit Huth und Sinkiewicz um den letzten Platz in der Abwehr. Mit anderen Worten: Wörns darf sich noch Hoffnungen machen.

Philipp Lahm (Bayern München). War schon mit Kreuzbandriss Stammspieler.

Patrick Owomoyela (Werder Bremen). Hat Arne Friedrich auf der rechten Seite überholt. Was vor allem an Friedrich liegt.

Arne Friedrich (Hertha BSC). Steckte zum Ende der Hinrunde in der Krise und muss aufpassen: Philipp Lahm kann auch rechts.

Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach). Hat zuletzt wieder deutlich zugelegt: allerdings als Linksaußen oder im offensiven Mittelfeld.

MITTELFELD

Michael Ballack (FC Bayern). München oder Madrid? Hauptsache Nationalmannschaft.

Tim Borowski (Werder Bremen). Urplötzlich hat Bayern doch Interesse an seiner Verpflichtung. Warum wohl?

Sebastian Deisler (FC Bayern). Seitdem er gemerkt hat, dass er nichts mehr beweisen muss, gewinnt er seine alte Leichtigkeit zurück.

Torsten Frings (Werder Bremen). Der Dynamiker im defensiven Mittelfeld. Eigentlich ist er auf dieser Position ohne echte Konkurrenz.

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern). Der Mann für besondere Situationen. Zum Beispiel, wenn Costa Rica im Eröffnungsspiel kurz vor Schluss 1:0 führt.

Bernd Schneider (Bayer Leverkusen). Im WM-Finale stand er schon. Die Erfahrung, wie es ist, das Finale zu gewinnen, fehlt ihm noch.

Stefan Beinlich (Hamburger SV). Mehr als der Quoten-Hamburger. Der HSV ist Tabellenzweiter – und der Routinier Beinlich entscheidend an diesem Aufschwung beteiligt.

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund). Eine frustrierende Erfahrung für ihn: Er spielt eine hervorragende Saison und wird von Klinsmann trotzdem nicht berücksichtigt.

STURM

Miroslav Klose (Werder Bremen). Könnte bei der WM das Versprechen einlösen, das er vor vier Jahren in Asien gemacht hat: dass er Deutschlands nächster Weltklasse-Stürmer wird.

Lukas Podolski (1. FC Köln). Wird sich bei der WM seinen ganzen Köln-, Wechsel- und sonstigen Frust von der Seele schießen. Hoffen wenigstens alle.

Oliver Neuville (Mönchengladbach). Zwei Tore und zwei Vorlagen in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause. Nur Klose hat von den deutschen Stürmern bessere Werte.

Stefan Kießling (1. FC Nürnberg). Zählt noch nicht zu Klinsmanns engerem Kandidatenkreis, hat aber Außenseiterchancen.

Gerald Asamoah (Schalke 04). Kämpft nach seiner Verletzung um den Anschluss. Klinsmann schätzt den Schalker und wird im Zweifel ein Auge zudrücken.

NICHT NOMINIERT

Kann sich noch jemand erinnern, wann Kevin Kuranyi sein letztes Tor erzielt hat? Eben. Der Schalker zählt diesmal ebenso nicht zum Kader wie sein Kollege Fabian Ernst , der lange nicht so dominant auftritt wie früher bei Werder Bremen. Per Mertesacker , eigentlich gesetzt, wurde wegen einer Sprunggelenkverletzung nicht berücksichtigt.

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