Sport : Deutscher Kanu-Verband: Dritte Weltmeisterin verlässt Verband

Aus Frust über die Situation im Deutschen Kanu-Verband (DKV) wird die derzeit beste Kanutin Deutschlands künftig für einen anderen Verband starten. "Eine große Motivation ist es, künftig den Deutschen ein paar Medaillen zu stehlen", erklärte die 23-jährige Berlinerin, wollte sich aber nicht über ihre neue sportliche Heimat äußern. "Ich möchte nicht, dass der DKV das Land aus den Medien erfährt", meinte sie zur Begründung. Im August hatte die Vierer-Weltmeisterin von 1997 und Zweier-Europameisterin dieses Jahres für einen Paukenschlag gesorgt, als sie überraschend die deutsche Olympia-Auswahl verließ, nachdem sie von den Trainern nicht für eines der beiden lukrativen Team-Boote, sondern nur für den Einer nominiert worden war. Die Ankündigung, ihre Laufbahn damit zu beenden, machte sie inzwischen rückgängig. "Ich werde meine Laufbahn im Ausland fortsetzen. Ich hatte zwei Angebote und habe mich für eines entschieden", meinte die Berlinerin.

Enttäuscht ist das Kanu-Talent darüber, dass im DKV niemand mit ihr das Gespräch suchte. Rekord-Olympionikin Birgit Fischer hingegen erklärte, dass DKV-Präsident Ulrich Feldhoff mehrfach versucht hätte, mit Kieseler ins Gespräch zu kommen. Berlins Landestrainer Andre Heinrich und auch Olympiastützpunkt-Leiter Jochen Zinner hatten sich mit Kieseler getroffen, sie aber nicht umstimmen können. "Die sollen sich im DKV jetzt mal einen Kopf machen, warum ich schon die dritte Weltmeisterin bin, die den Verband verlässt", meinte sie. Zuvor hatten mit Josefa Idem (Italien/1990) und Katrin Borchert (Australien/1994) zwei Kanutinnen die Seiten gewechselt, die in Sydney Gold und Bronze erkämpften.

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