Sport : Deutscher Leichtathletik-Verband: Digels Schweigen ist Prokops Glück

Jörg Wenig

Aus dem Schatten Helmut Digels zu treten, ist ein schweres Unterfangen. Das war seinem Nachfolger Clemens Prokop, dem neuen Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), bewusst. Nach über 100 Tagen Amtszeit ist es keine Überraschung, dass ihm dies noch nicht gelungen ist. Überraschend ist jedoch, dass Prokop jetzt öffentlich Spitzen gegen Digel loslässt. "Für ihn ist Selbstdarstellung wichtig, für mich eher peinlich", sagte Prokop gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Dass sich Digel und Prokop nicht grün sind, ist nicht neu. Trotzdem unterstützte der ehemalige Präsident seinen Nachfolger bei der Amtsübernahme. So ist das jüngste Zitat von Prokop nicht klug, zumal er mit seiner Führungscrew Erfolge erst noch erarbeiten muss. Die jüngste Offensive der DLV-Spitze vermittelt eher den Eindruck von Aktionismus: Bewerben will sich der Verband künftig um so ziemlich alle Meisterschaften die der internationale Leichtathletik-Kalender hergibt. Doch ausgerechnet Berlin, bislang international als Favorit angesehen, wurde abgemahnt. Für die avisierte WM im Jahr 2007 oder 2009 hat Prokop inzwischen auch Stuttgart und München ins Gespräch gebracht. Digel, der im August Vizepräsident des internationalen Leichtathletik-Verbandes werden dürfte, favorisiert Berlin.

Weitere Konfrontationen sind zu erwarten. Noch aber hat Digel sich gegen Spitzen seines Nachfolgers nicht öffentlich gewehrt - zum Glück für Clemens Prokop.

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