Sport : Deutscher Ruderverband: Wolfgang Maennig gibt auf

Wolfgang Maennig, der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes (DRV), wird sein Amt beim Rudertag im April kommenden Jahres zur Verfügung stellen. Dies teilte Maennig gestern nach einer Vorstandssitzung in Potsdam mit. Als Nachfolger für den umstrittenen 40 Jahre alten Hochschul-Professor, der seit 1995 den Verband leitet, wird Helmut Griep kandidieren. Der Unternehmer aus Hameln war bisher Besitzer im DRV-Vorstand für die Bereiche Technik, Ruderreviere und Umwelt.

Eine konkrete Begründung für seinen Entschluss wollte Maennig nicht geben. "Es gab mehr Ärger und Arbeit als gedacht", sagte der Berliner in Anspielung auf die zahlreichen Auseinandersetzungen mit Athleten und Vorstandskollegen während seiner Amtszeit. So hatten die meisten Aktiven dem Vorsitzenden aus Verärgerung über dessen Marketing-Pläne bei der Rotsee-Regatta 1999 in Luzern mit einer Unterschriftenaktion das Misstrauen ausgesprochen. Die Rücktritte von Justiziar Klaus Dieterle im Juni 1999 und des für Personalfragen zuständigen Vorstands-Mitglieds Ernst Zumbach vor gut zwei Wochen rundeten das Bild eines kriselnden Verbandes ab.

Während sich auf der Funktionärs-Ebene ein Neuanfang abzeichnet, bleiben die Trainerfragen ungeklärt. Obwohl die Athleten bereits am Sonntag voriger Woche auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei einer internen Test-Regatta um eine gute Ausgangsposition für die kommende Saison kämpften, sind die Trainerposten noch immer nicht neu verteilt.

Weil die bisherigen Trainer nicht kündbar sind, musste Maennig schweren Herzens auf Neueinstellungen verzichten. "Dafür fehlen uns die finanziellen Mittel", klagte er, "talentierten Jung-Trainern wird so die Möglichkeit genommen nachzurücken." Auf Grund der juristischen Sachzwänge hat der Verband die Stellen intern ausgeschrieben. Erst nach Sichtung der Bewerbungen und weiteren Gesprächen sollen die Posten neu verteilt werden.

Ein Streitthema bleibt die Athleten-Vereinbarung. Noch immer lehnen es die Aktiven ab, die von Maennig vorgeschlagenen 27 Prozent ihrer Marketing-Einnahmen an der Verband abzuführen. Die seit Monaten strittige Frage soll Gegenstand einer weiteren Sitzung in den kommenden Tagen werden.

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