Sport : Deutscher Schwimm-Verband: Neue Präsidentin gegen alten Trott

Christa Thiel ist neue Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV). Die 46 Jahre alte Juristin aus Wiesbaden wurde auf dem 68. DSV-Kongress in Mannheim für vier Jahre an die Spitze gewählt. Sie ist Nachfolgerin des im November zurückgetretenen Rüdiger Tretow (Münster). Die Wahl durch die 168 Delegierten erfolgte einstimmig. Die neue DSV-Chefin ist die erste Frau an der Spitze eines deutschen Groß-Sportverbandes.

Der Weg für Christa Thiel an die DSV-Spitze war erst am Freitag geebnet worden. Am Tag vor der Wahl war ein Antrag des Präsidiums, der dem finanzschwachen Verband 2001 Mehreinnahmen von rund 200 000 und für 2002 ein Plus von etwa 400 000 Mark sichert, einstimmig angenommen worden. Christa Thiel hatte eine Kandidatur maßgeblich von diesem erheblichen finanziellen Zuwachs abhängig gemacht. Sie will vor allen Dingen die mit 5,2 Millionen Mark belastete DSV-Zentrale in Kassel entschulden und der Organisation mit ihren rund 600 000 Mitgliedern ein neues Wir-Gefühl vermitteln. "Man kann aus dem Laden etwas machen. Aber das geht nur gemeinsam. Wir müssen miteinander reden und nicht gegeneinander."

Dies gelte vor allem vor dem Hintergrund des Imageverlusts nach den schlechten sportlichen Ergebnissen der Olympischen Spiele in Sydney. Christa Thiel hat auf dem Weg zurück zu alten Erfolgen auch die Zusage von Athleten, im ehrenamtlichen Bereich zum Gesamtwohl des DSV beizutragen: Die Spitzenschwimmer Sandra Völker und Christian Keller haben bereits eine entsprechende Zusage gegeben.

DSB-Präsident Manfred von Richthofen begrüßte den Neubeginn im Schwimm-Verband: "Christa Thiel verdient die tatkräftige Unterstützung des deutschen Sports." Im nächsten Jahr soll die Anwältin im DSB zur Vizepräsidentin aufrücken. Nicht wenige halten es für möglich, dass sie später Manfred von Richthofen beerbt: "Das ehrt mich."

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