Deutscher Schwimm-Verband : Wer wird Cheftrainer im Schwimmen?

Entscheidung soll im September fallen

Das Ringen um Macht und Einfluss im Deutschen Schwimm-Verband (DSV) geht dem Ende entgegen. Der DSV wird in seiner Präsidiumssitzung am 3. September über die Besetzung des Schwimm- Cheftrainers beraten. Das kündigte Sportdirektor Lutz Buschkow am Sonntag in Budapest an. Bundestrainer Dirk Lange brennt schon länger auf die Beförderung: „Das Schiff, auf dem wir uns bewegen, muss einen Kapitän haben.“ Die Entscheidung, ihn mit mehr Kompetenzen auszustatten, wurde immer wieder verschoben.

„Herr Buschkow“, wie Lange den Sportdirektor nennt und auch so die Distanz zwischen den beiden Alphamännchen im Verband demonstriert, hatte es nicht eilig mit der Entscheidung. „Es gibt eine Vorstellung, die ich habe. Offen gesagt, halte ich sehr viel von dem Kompetenz-Team“, sagt Buschkow. Auffallend oft lobt er das „Kompetenz-Team“ im Schwimmen, das ohne einen Chef auskommt.

Seit Langes Amtsantritt im November 2008 vermittelt der Sportdirektor nicht den Eindruck, Macht abgeben zu wollen. Im Gegenteil, er wird bis 2012 in Personal-Union seinen bisherigen Posten als Wassersprung-Cheftrainer behalten. „Wir haben keinen geeigneten Kandidaten gefunden“, sagt er selbstbewusst und verweist fast genüsslich darauf, dass er in der Verbandszentrale in Kassel entlastet werde und so 80 Prozent seiner Arbeitskraft dem Schwimmen widmen könne.

„Das Abschneiden bei der EM hat keinen Einfluss auf die Besetzung. Keiner wird abgeschossen, wenn wir acht von elf Medaillen holen“, sagte Buschkow vor den letzten zehn EM-Entscheidungen am Sonntag. Mit bislang 17 von 21 geforderten Medaillen zog der DSV eine zufriedene vorläufige Bilanz. „Ich sehe uns auf dem Sprung und würde uns an Position drei bis vier in Europa einschätzen, mit extrem gutem Potenzial nach oben“, resümierte Lange.

Er bemühte sich bei der Abschluss-Pressekonferenz des DSV, den andauernden Eindruck eines zerrütteten Verhältnisses zum Sportdirektor zu zerstreuen. „Es gibt kein Auseinanderdriften zwischen der Teamleitung und Herrn Buschkow. Eiszeit ist bei weitem überzogen. Da, wo es keine Diskussion gibt, herrscht Stillstand“, sagte er, nicht ohne zu betonen, dass ihm im In- und Ausland „gute Arbeit attestiert“ werde. dpa

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