Sport : Deutscher Sportbund: Sensibler Streiter für die Sache des Sports

Er war der Präsident der Basis und der Präsident der deutschen Vereinigung: Viele bezeichneten ihn als Präsident der Harmonie, andere kritisierten ihn hart dafür. Für die Sache des Sports war und ist er stets ein verlässlicher und engagierter Vormann, und als er den Staffelstab 1994 an seinen Nachfolger Manfred Freiherr von Richthofen weitergab, spendete ihm der Bundestag in Timmendorfer Strand minutenlange Ovationen: Hans Hansen, Schleswig-Holsteiner, Funktionär, Journalist und Segler feiert am Dienstag seinen 75. Geburtstag.

Im Juni wird Hansen auch den Vorsitz des Landessportverbandes Schleswig-Holstein nach 27 Jahren abgeben, Schritt für Schritt löst sich der Mann von den Schaltstellen des Sports: "Mit 70 wollte ich kein Präsident mehr sein, mit 75 nicht mehr Vorsitzender. Ich halte, was ich versprochen habe, weil ich das Amt nicht beschädigen will."

Im Kieler "Haus des Sports" werden Ministerpräsidentin Heide Simonis, Manfred von Richthofen und Walther Tröger als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees am Dienstag die Gratulationscour anführen. "Verbittert bin ich darüber, dass der Goldene Plan Ost immer noch nicht in ausreichendem Maße umgesetzt ist", sagt Hansen, dem gleiche Lebensbedingungen in Ost und West nicht nur Schlagwort, sondern Verpflichtung waren und sind.

Es werde keinen 70 Jahre alten DSB-Präsidenten Hans Hansen geben, wiederholte er im Vorfeld des Bundestages 1994 ständig, spielte aber oft mit dem Gedanken, seine Amtszeit zumindest noch einmal um zwei Jahre zu verlängern. Hansen: "Es war die richtige Entscheidung, aufzuhören. Ich bereue sie nicht." 25 Jahre im Präsidium des DSB hinterlassen ihre Spuren, machten dem Ehrenpräsidenten den Abschied schwer. Hansen, der sensible Streiter für die Sache des Sports, kann sich das 2001 leicht eingestehen.

1926 in Flensburg geboren, begann seine Funktionärskarriere 1962 in der deutschen Sportjugend. Sechs Jahre später wurde er DSB-Präsidiumsmitglied. Seit 1974 DSB-Vizepräsident, warf Hansen 1986 erst zögerlich, dann engagiert beim Bundestag in Saarbrücken den Hut in den Ring und wurde einstimmig zum Nachfolger des übergroßen Willi Weyer gewählt. An Weyer wurde Hansen gemessen, er war aber nie ein politischer Präsident.

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