Sport : Deutscher Tennis Bund: Skandal erschüttert den DTB

Zwei der mächtigsten Funktionäre des Deutschen Tennis Bundes, mit knapp zwei Millionen Mitgliedern drittgrößter deutscher Sport-Fachverband, mussten ihren Hut nehmen. Offiziell geschah die Trennung von Geschäftsführer Christian Thiemann und dessen Vorgänger Günter Sanders "in beiderseitigem Einvernehmen". Doch durch den "freiwilligen" Rückzug, dem der Rothenbaum-Turnierdirektor Sanders erst nach 24-stündiger Bedenkzeit zustimmte, soll offenbar größerer Schaden für beide Seiten abgewendet werden.

Was zu der Trennung führte? Von Untreue ist die Rede. Weit überhöhte Spesenabrechnungen und Geschenke sowie andere Zuwendungen an Familienangehörige soll es zu Lasten des DTB gegeben haben. Die "BZ am Sonntag" berichtet von "Machenschaften in Millionenhöhe". Einer der Vorwürfe: Sanders soll die Renovierung seiner Villa teilweise über den DTB abgerechnet haben, der zeitgleich von derselben Firma seine Anlage an der Hamburger Hallerstraße ausbauen ließ.

DTB-Präsident Georg von Waldenfels erklärte, falls dem DTB Schaden entstanden sei oder gar öffentliche Fördermittel veruntreut wurden, werde dies mit aller Konsequenz aufgedeckt. Nicht ausgeschlossen, dass die Vorfälle in der DTB-Zentrale sogar ein juristisches Nachspiel haben.

Den Stein ins Rollen gebracht hat die langjährige Lebensgefährtin Thiemanns. Als sich der 42-Jährige von der einstigen Sanders- Mitarbeiterin trennte und mit einer DTB-Marketingmitarbeiterin Heiligabend auf Juist feierte, übersandte sie brisantes Material an den Aufsichtsrat der DTB-Holding. Belastendes stand darin auch über Sanders. Von Waldenfels: "Wir sind da auf Dinge gestoßen, die uns keine andere Wahl ließen."

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