Sport : Deutsches America’s-Cup-Team gekündigt und vertröstet

Hamburg - Das deutsche America’s- Cup-Segelteam wird zum 31. März aufgelöst. Die Verträge sämtlicher Mitarbeiter laufen dann aus und werden nicht verlängert. Die Deutsche Challenge AG bleibt jedoch als Projektdach zunächst bestehen. Diese Entscheidung trafen die drei Hauptsponsoren United Internet, die Audi AG und Porsche Consulting angesichts der Unsicherheiten im laufenden 33. Cup-Zyklus bei ihrem Krisengipfel in Ingolstadt.

„Wenn man nicht segeln kann, macht es keinen Sinn, Segler zu haben“, sagte Teamsprecher Michael Mronz, „es gibt angesichts der Rechtsstreitigkeiten und der ungewissen Zukunft einfach zu viele Fragezeichen. Wir haben keine Grundlage, auf der wir weitermachen könnten.“ Die bittere Entscheidung birgt aber laut Mronz auch eine positive Botschaft: Für die Zukunft haben sich alle drei Partner klar dazu bekannt, weitermachen zu wollen. Sportchef Jochen Schümann hatte bis zuletzt für den Weiterbetrieb des Teams gekämpft. Der zweimalige America’s- Cup-Sieger sagte: „Ich bin nicht ohne Verständnis für die Entscheidung, aber es ist natürlich hart, ohne Training und Entwicklung weiter nach vorne zu kommen. Die Entscheidung unserer Partner ist verständlich, aber nicht richtig und für uns als Team schwer zu akzeptieren.“ Eine Kerntruppe in Schümanns Team bemüht sich derzeit intensiv um Alternativprojekte für 2008. Im Gespräch ist eine Grand-Prix-Serie auf den bisherigen America’s-Cup-Yachten in mehreren europäischen Hafenstädten. Kommt die Serie zustande, dann gibt es seitens der bisherigen Partner Interesse, dort mitzumachen.

Im Ringen um die Macht im America’s Cup zwischen Cup-Verteidiger Alinghi und dem US-Segelrennstall BMW Oracle Racing wird seit Wochen auf die Entscheidung des Obersten New Yorker Landesgerichts gewartet. Für zusätzliche Komplikationen sorgte eine von Team New Zealand in der vergangenen Woche gegen Alinghi eingereichte Schadenersatzklage in zweistelliger Millionenhöhe. dpa

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