Deutsches Fed-Cup-Team : Tennisfrauen sind bereit für Großes

Nach 22 Jahren wollen die deutschen Tennisfrauen im Fed-Cup wieder ein Finale erreichen. Dazu muss am Wochenende in Brisbane ein Sieg gegen Australien gelingen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht.

Da geht was. Teamchefin Barbara Rittner hofft auf den Finaleinzug im Fed-Cup.
Da geht was. Teamchefin Barbara Rittner hofft auf den Finaleinzug im Fed-Cup.Foto: dpa

22 Jahre nach Steffi Graf soll es endlich wieder klappen: Die deutschen Tennisfrauen kämpfen in Australien um den ersten Finaleinzug im Fed-Cup seit 1992. Tatsächlich ist die Chance auf den Titelgewinn in diesem Jahr so groß wie lange nicht – dabei verzichtete Barbara Rittner sogar auf eine Nominierung von Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki. Das konnte sich die Teamchefin bedenkenlos erlauben. Denn anders als Lisicki spielt die deutsche Nummer eins, Angelique Kerber, seit Monaten auf einem konstant hohen Niveau. Die 26 Jahre alte Kielerin hat sich in den Top Ten der Weltrangliste etabliert und vor allem beim Erstrunden-Erfolg in der Slowakei Anfang Februar in ihrer Rolle als Führungsspielerin im deutschen Team Nervenstärke bewiesen.

Dazu reiste die einstige Weltranglisten-Neunte, Andrea Petkovic, als Turniersiegerin von Charleston nach Brisbane. Sie scheint mit ihrem neuen niederländischen Trainer Eric van Harpen spielerisch und mental gereift und wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Drei Punkte müssen die beiden deutschen Topspielerinnen in ihren Einzeln holen – vermutlich gegen Samantha Stosur und Casey Dellacqua. Dann würde es auf das abschließende Doppel von Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld gegen das australische Weltklasse-Duo Dellacqua/Ashleigh Barty gar nicht mehr ankommen. Im vergangenen Jahr erreichte das australische Doppel bei drei Grand-Slam-Turnieren das Finale. Ein 2:2 nach den Einzeln und die Entscheidung erst im Doppel wäre sicher nicht im Sinne von Teamchefin Barbara Rittner.

Seit Montag bereitet sich das Team samt Physiotherapeuten, Fitnesscoach, Mannschaftsarzt und Kotrainer auf das erste Halbfinale im Fed-Cup seit 1995 vor. Der Jetlag nach der 30-stündigen Anreise ist langsam bekämpft, nach zwei lockeren Trainingseinheiten am Montag und Dienstag steigerte Rittner am Mittwoch Tempo und Intensität.

Am Mittwochabend wollte sich die Mannschaft noch zu einem gemeinsamen Filmabend im Hotel treffen. „Im Moment sind wir noch alle entspannt, aber ab Donnerstag wird es sicher anders sein. Da geht es dann richtig los, und ich freue mich drauf“, sagte Kerber.

Die Auslosung am Freitag ergab, dass Petkovic im Auftaktspiel auf Stosur trifft. Anschließend stehen sich in der Pat Rafter Arena im Queensland Tennis Centre Kerber und Dellacqua gegenüber. Im ersten Einzel am Sonntag kommt es dann zum Duell der Spitzenspielerinnen Kerber und Stosur.

„Jede Partie ist offen, die Tagesform wird am Ende entscheidend sein“, sagte Rittner. Die heutige Bundestrainerin weiß genau, wie sich ein Fed-Cup-Sieg anfühlt. Sie war 1992 als Doppelspielerin dabei, als das Team Steffi Graf, Anke Huber, Sabine Hack und Barbara Rittner in Frankfurt am Main im Endspiel Spanien bezwang. (dpa)

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