Deutsches Männertennis : Viel Gegenwart, wenig Zukunft

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Nun haben die deutschen Tennisprofis bekommen, was sie wollten: Der ungeliebte Patrik Kühnen ist weg, mit Carsten Arriens folgt auf ihn ein neuer Davis-Cup-Kapitän, den sie alle lange kennen und mögen. Und der ihnen die Streitereien der letzten Monate nicht nachträgt. Doch mit Kühnen ist auch ihr Sündenbock gegangen, hinter dem sich die Spieler bequem verschanzen konnten.

Arriens nimmt den 34-jährigen Thomas Haas genauso mit offenen Armen auf wie Philipp Kohlschreiber, der gegen Kühnen revoltiert hatte. „Die Besten sollen für Deutschland spielen“, sagt Arriens im Hinblick auf die erste Bewährungsprobe im Februar gegen Argentinien. Harmonie statt Zank, dafür hält man an der Gegenwart fest. Auch wenn diese Spielergeneration den Fans nur noch schwer vermittelbar ist. Der seit zehn Jahren überfällige Neubeginn im deutschen Männertennis hätte auch anders aussehen können: tabula rasa mit allen Konsequenzen. Man hätte den Abstieg aus der Weltgruppe in Kauf nehmen können, wie es Bundestrainerin Barbara Rittner einst tat, die sich nicht von angeblichen Leistungsträgerinnen erpressen lassen wollte und strikt auf junge Spielerinnen wie Petkovic und Görges setzte.

Arriens und sein Assistent Michael Kohlmann sind besonders im Hinblick auf die Nachwuchsförderung sicherlich die Richtigen. Nur hätte man ihnen für den Aufbruch zum Umbruch noch etwas mehr Mut gewünscht.

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