Deutsches Tennis : Immer noch nicht weiter

Thomas Haas hat das Turnier von München gewonnen. Schön für ihn - aber wenn ein 35-Jähriger immer noch der Beste im deutschen Männer-Tennis ist, dann stimmt etwas mit dem Nachwuchs nicht, findet unser Autor Benedikt Voigt.

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Prost. Thomas Haas nach seinem Titelgewinn in München.
Prost. Thomas Haas nach seinem Titelgewinn in München.Foto: AFP

Auf der Homepage des Tennisspielers Thomas Haas fällt der Tiefpunkt seiner Karriere sofort ins Auge: August 2011, Weltranglistenplatz 475. Von jenem Datum aber zeigt ein Pfeil steil nach oben mit den Worten: Fortsetzung folgt. Zum Beispiel beim Turnier in München, das Thomas Haas am Sonntag erstmals in seiner Karriere gewonnen hat. Ab Montag wird er in der Weltrangliste auf Rang 13 geführt werden. Es ist nach seinem Sieg über den Weltranglistenersten Novak Djokovic in Miami der nächste Höhepunkt seines eindrucksvollen dritten oder vierten Comebacks nach den ewigen Schulterverletzungen. Mit Thomas Haas ist wieder zu rechnen, hoffentlich auch bei den großen Turnieren, die jetzt näher rücken, Paris und Wimbledon. Eine grandiose Sache für den Deutschen Tennis-Bund, sollte man meinen. Aber das ist es nicht.

Wenn der 35 Jahre alte Thomas Haas immer noch das Beste ist, was der deutsche Verband zu bieten hat, dann stimmt etwas mit den nachfolgenden Generationen nicht. Nicht mit dem 29 Jahre alten Philipp Kohlschreiber, der entgegen seinem Anspruch nur zweitbester deutscher Tennisspieler ist. Wie das Finale von München bewiesen hat, das er fast chancenlos 3:6, 6:7 verlor. Und auch nicht mit Florian Mayer, Daniel Brands, Tobias Kamke, Benjamin Becker und wie sie alle heißen, die deutschen Tennisspieler auf den hinteren Plätzen. Sie müssen ja alle kein Boris Becker sein, ein Jahrhunderttalent kommt, wie der Name schon sagt, nur einmal pro Jahrhundert vor. Aber sie alle sind ja noch nicht einmal so gut wie Thomas Haas mit 35 Jahren.

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