Deutsches Traber-Derby : Holland trabt voran

Lotis Photo mit Peter Strooper im Sulky gewinnt überraschend das 112. Deutsche Derby in Mariendorf.

Hartmut Moheit

BerlinWas wurden nicht alles für Namen genannt, als es um die Favoriten für das 112. Deutsche Traber-Derby ging. Nur einer war nie dabei: Lotis Photo. „Ich habe selbst nicht daran geglaubt, dass er für den Sieg reif ist“, sagte selbst Peter Strooper, der Trainer und Fahrer des dreijährigen braunen Hengstes. Und wie reif Lotis Photo in seinem erst vierten Rennen war. Auf der Zielgeraden in Mariendorf lief er an allen Konkurrenten vorbei, ließ im Ziel unter den Gesängen der holländischen Fans die eigentlichen Favoriten Why Not As mit Roland Hülskath, die Stute Freya Kievitshof mit Robin Bakker sowie Sir November mit Michael Schmidt hinter sich. Als 141:10-Außenseiter war er an den Start getrabt. Nach 1900 Metern des klassischen Zuchtrennens gab es für seine Besitzer die Siegprämie in Höhe von 81 500 Euro. Damit ging die Krone der dreijährigen Traber zum vierten Mal in Folge in die Niederlande. Für Siegfahrer Strooper war dies nach dem Ausnahme- Traber Abano As im Jahr 2000 der zweite Erfolg im Rennen um das Blaue Band.

Wie früher im alten Rom die Gladiatoren in Tuch gehüllt, waren die zehn Final-Pferde vor den 10 000 Zuschauern langsam zum Start getrabt. Dazu wurde die passende, tragende Musik gespielt. Doch kaum waren die Flügel am Startauto eingefahren, gab es kein Halten mehr. Der in Schweden trainierte Isalus (Klaus-Peter Kern) bestimmte lange die Pace vor Titus B und Why Not As. „Ich blieb einfach nur im Feld und hatte dann das Glück, zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle zu sein. Auf den letzten Meter habe ich den Hengst einfach nur noch laufen lassen“, beschrieb Peter Strooper, wie er das Rennen erlebt hatte.

Als „ausgleichende Gerechtigkeit“ empfand Lender Geritts, der Besitzer von Lotis Photo, diesen Ausgang. Im dritten Derby-Vorlauf war sein Sunzi November von der Rennjury wegen unsauberen Trabens im Endkampf, den er als Zweiter beendet hatte, disqualifiziert worden. War das schon eine sehr umstrittene Entscheidung, die zugleich Vorjahrs-Derby-Siegfahrer Hugo Langeweg jr. aus dem Finalfeld katapultierte, so fand Gerrits die Art und Weise der Übermittlung skandalös. „Ich habe das über den Lautsprecher erfahren“, erzürnte er sich noch lange nach dem Rennen.

Auch im Finallauf eliminierte die Jury zwei Teilnehmer: den großen Favoriten Titus B (Helmut Biendl) sowie Donelly (Heinz Wewering). Der eine hatte im Finale seine Spur gewechselt und damit einem Konkurrenten einen Vorteil gewährt, der andere wurde wegen einer Behinderung bestraft.

Wewering, der schon sieben Mal das Derby gewonnen hat, war im vierten und letzten Vorlauf mit Prince Carmino als Dritter gescheitert. Zwar waren die zwei zeitschnellsten Dritten noch ins Zehner-Finalfeld gekommen, aber dafür war er zu langsam. Prince Carmino war auch eines jener Pferde, die zuvor als Favoriten genannt wurden.

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