Deutschland - Dänemark 26:28 : Handball-EM: Das Halbfinale muss warten

Die deutsche Handballnationalmannschaft verliert bei der Europameisterschaft in Serbien gegen Dänemark und verpasst damit die vorzeitige Qualifikation für das Halbfinale.

Erik Eggers
Aus der Hand gegeben. Gegen Dänemark führte die deutsche Mannschaft um Lars Kaufmann am Anfang deutlich, verpasste den nötigen Punkt zum Einzug ins Halbfinale am Ende aber dann doch.
Aus der Hand gegeben. Gegen Dänemark führte die deutsche Mannschaft um Lars Kaufmann am Anfang deutlich, verpasste den nötigen...Foto: dpa

Sie waren erneut zurückgekommen, hatten sich nicht irritieren lassen durch den Fünf-Tore-Rückstand, doch als Sven-Sören Christophersen (Füchse Berlin) elf Minuten vor Schluss den Ausgleich vergab und sie reihenweise scheiterten am überragenden dänischen Keeper Niklas Landin, war es geschehen um die deutsche Handball-Nationalmannschaft. So unterlagen sie trotz guter Leistung und großer Gegenwehr mit 26:28 (14:17)-Toren gegen Vize-Weltmeister Dänemark, das Handball modernster Prägung bot, Kombinationssicherheit, blitzschnelle Tempogegenstöße und eine stabile, bewegliche Abwehr.

Damit vergab die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den ersten Matchball, das Halbfinale der 10. EM in Serbien zu erreichen. Durch den 27:25 (18:12)-Sieg Mazedoniens gegen Polen hätte schon ein Punkt für den Einzug in die Runde der letzten Vier gereicht. Am Mittwoch bietet sich jedoch bei 5:3-Punkten eine weitere Chance im abschließenden Hauptrundenspiel gegen Polen, für die es nun bei dieser EM um nichts mehr geht. Ein Sieg gegen die Osteuropäer, und die erste Halbfinalteilnahme bei einem großen Turnier seit der EM 2008 in Norwegen wäre perfekt.

Erneut wartete Heuberger mit einer Überraschung auf: Statt Lars Kaufmann (SG Flensburg) stellte er Pascal Hens (HSV) auf die halblinke Königsposition, den bisher so enttäuschenden Kapitän. Das Risiko dieser Formation, Linksaußen Uwe Gensheimer die halblinke Abwehrposition bekleiden zu lassen, nahm der Bundestrainer in Kauf, da auf dieser Seite nicht Mikkel Hansen agiert, die stärkste Waffe der Dänen.

Und der Plan ging zunächst auf: Wie schon beim Sieg gegen die Schweden (29:24) legten die deutschen Profis einen Blitzstart hin, kombinierten flüssig gegen die dänische 6:0-Abwehr, und sie besaßen auch die nötige Geduld, so auch beim 2:0 durch Christoph Theuerkauf (TBV Lemgo), als der Ball nach zwei Kreuzungen im Rückraum zum Kreisläufer gefunden hatte. Und da auch Torwart Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) sofort hellwach war und dem dänischen Star Hansen zwei Bälle abnahm, führte die DHB-Auswahl nach fünf Minuten mit 5:1.

Der dänische Trainer Ulrik Wilbek nahm früh eine Auszeit, um den deutschen Lauf zu stoppen. Und tatsächlich, der deutsche Spielfluss wurde dadurch jäh gestoppt. Nun scheiterte die deutsche Offensive immer wieder an der beweglichen dänischen Deckung, häufig auch am dänischen Keeper Niklas Landin, der sich nun steigerte, und war der Ball einmal verloren, überfielen die dänischen Flügelspieler Anders Eggert (Flensburg) und Hans Lindberg (HSV) die Deutschen förmlich, verwandelten eiskalt die langen Bälle, die sie zum Tempogegenstoß erhielten.

Den 6:6-Ausgleich (13.) konterte die DHB-Auswahl noch einmal, als Holger Glandorf (Flensburg) und Theuerkauf trafen. In der Folge aber wurden die Deutschen förmlich überrollt vom blitzschnellen dänischen Tempospiel. Beim 10:11 durch Lindberg (22.) lag Deutschland erstmals zurück gegen den Vize-Weltmeister, der nach zwei überraschenden Niederlagen gegen Polen und Serbien mit 0:4-Punkten in die Hauptrunde gestartet war. Auch eine Zeitstrafe gegen Michael Haaß (Göppingen) nutzten die spielstarken Dänen. Zur Pause lag das Team im Abwehrchef Oliver Roggisch 14:17 zurück.

Auch nach der Pause fanden die deutschen Profis kein Mittel gegen die Dänen, und so setzte sich die Demonstration des dänischen Tempospiels fort, als Eggert und Thomas Mogensen drei weitere Blitzangriffe zum 16:21 abschlossen (38.). Doch die Deutschen wehrten sich, sie kämpften an gegen die drohende Niederlage. Ein sensationelles Comeback wie gegen die Serben, als sie sieben Treffer aufgeholt hatten, gelang ihnen diesmal jedoch nicht, spätestens nach dem Strafwurf Eggerts zum 25:28 (59.) war die Partie entschieden. Aber eine Chance bleibt ja noch.

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