• Deutschland gegen Nordirland: Spielt Schweinsteiger heute nicht, ist seine Zeit vorbei

Deutschland gegen Nordirland : Spielt Schweinsteiger heute nicht, ist seine Zeit vorbei

Bastian Schweinsteiger ist ein Kapitän an Land und der letzte der alten Garde. Das Spiel gegen Nordirland ist vielleicht seine letzte Chance. Ein Kommentar.

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Bastian Schweinsteiger im Training. Foto: dpa
Bastian Schweinsteiger im Training.Foto: dpa

Als Bastian Schweinsteiger gegen die Ukraine eingewechselt wurde, jubelte das halbe Stadion. Und fast frenetisch wurde es nach seinem Treffer. Schlaaaand! Erinnerungen wurden wach. Für die Älteren: Es war ein bisschen wie bei Günter Netzers Tor in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts - genau am 23. Juni - nach Selbsteinwechslung im (Düsseldorfer!) Pokalfinale gegen den FC Kölle und vor dem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zu Real Madrid. Ach ja, lange her. Aber es gibt Momente ... Die bleiben. Und leben fort.

Könnte sein, dass das Schweinsteigers Moment war: der größte bei der EM. Denn sollte er, der letzte der alten Garde, der großen 2006er und der noch größeren 2014er, gegen Nordirland jetzt nicht spielen - dann wird es schwierig. Von Mal zu Mal schwieriger sogar, weil die Gegner mutmaßlich schwerer werden. Die Nordiren aber, spielerisch limitiert, auch nicht die allerallerschnellsten, wären als Aufbauprogramm für den Kapitän an Land gut geeignet.

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Es sei denn, dem Bundestrainer hat der Jubel nichts ins Ohr gesagt, sondern irgendetwas anderes sagt ihm: Schweinis große Zeit ist vorbei. Oder sagen wir so: "Schweini" gibt es sowieso nicht mehr. Inzwischen ist er in Ehren ergraut, sieht damit aus wie Haudegen und Veteran zugleich. Er wird schon als serbischer Schwiegersohn gehandelt, was etwas aussagt über die Prioritäten: Privat geht vor, dann kommt Celebrity.

Mourinho braucht keinen 31-Jährigen mit langer Verletzungsgeschichte

Als solche allerdings hat Swainstaigr mutmaßlich keine größeren Chance bei José Mourinho, dem neuen ManU-Coach. Der ist erstens selber seine beste Celebrity, zweitens muss er jetzt, um seinen Ruf als "Special One" zu wahren, noch gnadenloser erfolgsorientiert sein. Ein 31-Jähriger mit langer Verletzungsgeschichte braucht da gute Argumente. Zum Beispiel fulminante Einsätze bei der Europameisterschaft. Wenn die ausbleiben - was dann?

Es wird doch schon berichtet, dass Mourinho eine Verkaufsliste führt ... Vor dem Abschied von ManU dann vielleicht lieber von selbst Abschied nehmen, direkt nach der EM? Vom Fußball? Aber manchmal ist Fußball ja, wie der große spanische Philosoph Vicente del Bosque González sagte: Es ist nicht alles zu erklären. Wenn also Schweinsteiger gegen die Nordiren spielt und auffällt, dass er auch nicht langsamer ist als der jüngere Sami Khedira - vielleicht bekommt der dann eher noch graue Haare. Schlaaaand!

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