Sport : Deutschland im Viertelfinale

NAME

Karlstad. In der „Löfbergs Lille Arena“ in Karlstad dominierten am Freitagabend lange die Farben weinrot und weiß auf den Rängen: Am Spiel der Zwischenrunde der Eishockey-Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Lettland hatten die Fans aus der kleinen baltischen Republik aber lediglich 53 Minuten lang ihre Freude. Bis dahin hatten die Letten glücklich mit 2:1 geführt, dann folgten die großen Auftritte von Boris Blank und Wayne Hynes. Der Stürmer vom EHC Eisbären erzielte das 2:2, Hynes 33 Sekunden vor Schluss das so wichtige Tor zum 3:2 (1:1, 0:1, 2:0)-Endstand: Die deutsche Mannschaft hat sich mit diesem Sieg für das WM-Viertelfinale qualifiziert.

Die Vorzeichen vor der Partie gegen die Letten waren nicht gut für die Deutschen, die im weiteren Turnier ohne Tobias Abstreiter (Verletzung am Sprunggelenk) auskommen müssen. Jan Benda und Klaus Kathan gingen mit Blessuren in die Partie.

Benda hatte sich im Spiel gegen Kanada an der Schulter verletzt, Kathan hatte sich Freitagmorgen beim Versuch, seinen Schläger zu bearbeiten, in die Hand geschnitten. Ein Malheur, das seinen Trainer fast belustigte. „Man schneidet nicht zur Hand hin, sondern von ihr weg“, sagte Zach. „Ich als gelernter Metzger weiß das natürlich. Aber das kann ich meinen Spielern ja nicht auch noch beibringen.“ Da ist der Bundestrainer durchaus zu verstehen, denn schließlich wird Zach nun bis Sonntag seinen Spielern einige Dinge über Eishockey erzählen müssen. Zum Beispiel, dass es günstiger ist, den Puck ins Tor als neben das Tor zu schießen, wenn man erfolgreich sein möchte. Und den Erfolg hatten die Deutschen gestern gegen Lettland zunächst mal nicht. Obwohl ihre Bemühungen mitunter ganz ordentlich waren, etwa das Schussverhältnis nach dem ersten Drittel eindeutig zugunsten der Mannschaft von Zach ausfiel. Auch wurden die technisch versierten Letten schon oft vor der Zone der Deutschen ausgebremst, so dass sie meist den Puck hineinschießen mussten und nicht ihr Kombinationsspiel aufziehen konnten.

Es waren wohl einige Kleinigkeiten und Undiszipliniertheiten, durch die die deutsche Mannschaft lange nicht wie der Sieger aussah - insbesondere im zweiten Drittel, wo die Letten gleich ihr erstes Überzahlspiel durch Belavskis zum 2:1 nutzten. Semjonovs hatte sie bereits in Führung gebracht, Jürgen Rumrich gegen Ende des ersten Abschnitts zum Ausgleich getroffen.

Im letzten Drittel gaben die Deutschen dann aber wieder den Ton an, der Treffer von Blank war der Lohn für alle Bemühungen. Und nach einem Konter sorgte der Mannheimer Wayne Hynes dann mit seinem Tor dafür, dass der letzten Partie der Deutschen in der Zwischenrunde gegen die USA am Sonntag nur noch statistischer Wert zukommt - denn schließlich sind die Deutschen schon für das Viertelfinale qualifiziert.

Claus Vetter

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben