Deutschland testet für die WM 2014 : Bloß nichts riskieren gegen Armenien

Torwart Manuel Neuer muss auch beim letzten Testspiel vor der WM am Freitag in Mainz passen. Gegen Armenien könnten aber immerhin Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger ins Nationalteam zurückkehren.

Läuft wieder halbwegs rund. Kapitän Philipp Lahm könnte gegen Armenien auflaufen.
Läuft wieder halbwegs rund. Kapitän Philipp Lahm könnte gegen Armenien auflaufen.Foto: AFP

Joachim Löw war sichtlich bemüht darum, Gelassenheit auszustrahlen. Und wenn der Bundestrainer der in der Wahrnehmung mit gigantischem Abstand wichtigsten aller deutschen Nationalmannschaften den entspannten Löw gibt, dann wirkt sein badischer Zungenschlag besonders prägnant. Tja, Armenien, nuschelte Löw also. Am Freitag (Beginn 20.45 Uhr, live im Ticker bei Tagesspiegel.de) letzter deutscher Testspielgegner vor der Weltmeisterschaft in Brasilien. Was, bitte schön, gibt es dazu zu sagen? Eine Menge, findet Löw. „Alles ist ausgerichtet auf unser erstes WM-Spiel gegen Portugal.“ Und daher sei Armenien der ideale Sparringspartner. Weil die würden „ähnlich wie Portugal spielen“. Konterstark eben.

Das mag glauben, wer will. Auch wenn die Armenier zuletzt Italien ein Unentschieden abtrotzten, ist der sportliche Wert des finalen Tests wohl eher zweitrangig. Alle werden auch nicht mitspielen können: Manuel Neuer wird im letzten Spiel vor der Abreise nach Südamerika nicht auflaufen. Bei der deutschen Nummer eins wolle Löw „kein Risiko eingehen, auch wenn es minimal“ wäre, sagte der Bundestrainer am Donnerstag in Frankfurt am Main. Gegen Portugal, im ersten WM-Gruppenspiel am 16. Juni, da sei er sich sicher, werde Neuer dann aber im Tor stehen: „Manuel Neuer wird einsatzbereit sein.“ Wie schon beim 2:2 gegen Kamerun wird gegen Armenien erneut der Dortmunder Roman Weidenfeller im Tor stehen.

Auch Miroslav Klose ist weiterhin fraglich

Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sollen dagegen nach ihren Blessuren bei der Generalprobe zumindest einen Teilzeiteinsatz absolvieren. „Natürlich brauchen beide Spieler Wettkampf-Rhythmus“, sagte Löw. Ob Torjäger Miroslav Klose im Angriff beginnt, ließ der Bundestrainer offen. Löw erhofft sich von einem guten und erfolgreichen Spiel gegen die konterstarken Armenier um den Dortmunder Henrich Mchitarjan Rückenwind für die WM. „Wir wollen uns mit einem Lächeln aus Deutschland verabschieden“, sagte Löw. „Wenn es losgeht, werden wir auch den WM-Turbo zünden.“

Bevor gezündet wird, muss aber noch der WM-Rhythmus gefunden werden. Das erste WM-Spiel gegen Portugal findet um 13 Uhr Ortszeit statt. Bis dahin will Löw bei seinen Spielern den „Rhythmus“ umgestellt haben. „Wir müssen früher schlafen, früher aufstehen und unsere Mahlzeiten verändern“, sagte er. Die Vorbereitung auf Brasilien sei schon ein „bisschen schwieriger“, als die Vorbereitung auf die anderen Turniere unter seiner Leitung als Bundestrainer gewesen sei. Aber so langsam, bei aller Gelassenheit, steige schon die Vorfreude auf dieses „Kribbeln“ vor dem großen Turnier, sagte der Bundestrainer aus Baden. (Tsp/dpa)

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