Deutschland-Tour : Ciolek siegt bei letzter Bergankunft

Dank eines fulminanten Schlussspurts ist Gerald Ciolek Sieger der letzten Bergetappe bei der Deutschland-Tour. Sein Columbia-Teamkollege Linus Gerdemann erreichte kurz nach Ciolek das Ziel und kommt dem Gesamtsieg damit ein großes Stück näher.

Benjamin Haller[dpa]
Ciolek
Gerald Ciolek und Linus Gerdemann nach der Zieleinfahrt. -

WinterbergSprinter Gerald Ciolek hat den Bergspezialisten ein Schnippchen geschlagen und die Columbia-Festtage bei der Deutschland-Tour fortgesetzt. Einen Tag nach dem Etappensieg seines Rostocker Team-Kollegen André Greipel entschied der 21-Jährige die letzte Bergankunft an der 772 Meter hohen Bobbahn in Winterberg dank eines beherzten Schlussspurts für sich. Sein Kapitän Linus Gerdemann kam zeitgleich mit Ciolek, der im Vorjahr bereits drei Etappen gewinnen konnte, ins Ziel und machte einen großen Schritt Richtung Gesamtsieg. Zweiter wurde am Mittwoch auf der längsten Etappe über 218,4 Kilometer von Mainz ins Sauerland der Schweizer Radprofi Rubens Bertogliati vor dem Italiener Leonardo Bertagnolli, der zuvor die dritte Etappe gewonnen hatte.

Bei strömendem Regen fiel die Entscheidung erst auf der nur 400 Meter kurzen, aber extrem steilen Schlussrampe hinauf zur Bobbahn. Mit einem langen Spurt düpierte Ciolek alle Klassement-Fahrer und strich nach seinem Vorjahres-Hattrick seinen vierten Tagessieg bei der D-Tour ein. Sein Kapitän Gerdemann, dessen Gelbes Trikot von einer Regenjacke verdeckt wurde, führt die Gesamtwertung weiter vor seinem schwedischen Team-Kollegen Thomas Lövkvist (+17 Sekunden) und dem Slowenen Janez Brajkovic (+20) an und hat nun beste Chancen, erstmals sein Heimrennen zu gewinnen.

Große Hürde genommen

Der Münsteraner musste bei seiner letzten Bewährungsprobe vor dem entscheidenden Zeitfahren am Samstag in Bremen aber Schwerstarbeit verrichten. Bei Dauerregen und ungemütlichen Temperaturen um die zehn Grad hatte der 25-Jährige drei Bergwertungen und viele Attacken zu parieren. "Überstehen wir die Etappe, dann haben wir eine große Hürde genommen", hatte der Münsteraner seine Aussichten vor dem "knüppelharten Tag" beurteilt.

Rund 15 Kilometer nach dem Start in Mainz war es zu dem erwarteten Szenario gekommen, als ein Sextett am Anstieg zur Taunus-Anhöhe "Platte" attackierte. Da keiner der Flüchtlinge in der Gesamtwertung eine Rolle spielt, ließ das von Columbia kontrollierte Feld die sechs Ausreißer ziehen. Ihr Vorsprung pendelte sich auf lange vier Minuten ein, ehe 20 Kilometer vor dem Ziel als Letzter der Schwede Gustav Larsson geschluckt wurde und das Rennen von vorn begann. Kurz darauf versuchte Kjell Carlström sein Glück, aber 1500 Meter vor der Winterberger Bobbahn flog das Peloton an dem Finnen vorbei.

Für zahlreiche der 154 gestarteten Fahrer kam bei dem anstrengenden Ritt über Berg und Tal das Aus. Der norwegische Sprinter Thor Hushovd, 2005 Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France, war dabei der prominenteste Aussteiger. 

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