Deutschland-Tour : Voigt bekämpft den Berg und verteidigt Gelb

Jens Voigt hat mit einer überragenden Leistung das gelbe Trikot behauptet und die Führung in der Gesamtwertung der Deutschland-Tour sogar noch ausgebaut. Etappensieger vor Voigt wurde der Spanier David Lopez-Garcia.

Andreas Zellmer[dpa]
Jens Voigt
Jens Voigt kämpft beim Anstieg zum "Dach" der diesjährigen Deutschland Tour. -Foto: dpa

SöldenJens Voigt ist im Ziel der "Königsetappe" der Deutschland-Tour auf dem Rettenbachferner über sich hinausgewachsen und hat den Platz auf dem Thron behauptet. Der Träger des Gelben Trikots baute seine Führung im Gesamtklassement als Tageszweiter sogar auf mehr als 30 Sekunden auf seinen neuen Verfolger David Lopez-Garcia aus. Der Spanier hatte auf dem "Dach" der Deutschland-Tour überraschend den Etappensieg in der dünnen Bergluft Tirols geschafft.

Levi Leipheimer, der an gleicher Stelle auf 2671 Meter Meereshöhe vor zwei Jahren triumphiert hatte, enttäuschte im Finale der 5. Etappe über 157,6 Kilometer von Sonthofen auf den Gletscher oberhalb von Sölden. Der Dritte der diesjährigen Tour de France dürfte damit seine Chancen auf den Gesamtsieg eingebüßt haben, während Voigt weiter als ganz heißer Kandidat gehandelt wird. Der Vorjahres-Gesamtsieger, der nur zwölf Sekunden hinter Lopez-Garcia die Ziellinie passierte, verwies sogar den Bergspezialisten und ehemaligen Giro-Gewinner Damiano Cunego, der am Vortag souverän die erste Alpen-Etappe gewonnen hatte, in die Schranken.

Gerdemann von T-Mobile chancenlos

Am Fuß des brutalen Schlussanstiegs in das Skigebiet hatten die beiden Ausreißer Wladimir Efimkin (Russland) und Peres Lezaun noch eine knappe Minute Vorsprung auf die Spitze des Hauptfeldes, in der noch alle Favoriten fuhren. Nachdem Efimikin wenig später "geschluckt" wurde, begann ein gnadenloses Ausscheidungsrennen, dem Voigt widerstand. Linus Gerdemann vom T-Mobile-Team war dagegen chancenlos. Zwar sind die Symptome seiner Erkältung abgeklungen, die Kräfte reichten bei dem 24-Jährigen aber in der Höhenluft noch nicht. Gerdemann hatte vorher angekündigt, nicht alles auf eine Karte zu setzen und einen spürbaren Zeitrückstand einkalkuliert.

Der Rettenbachferner war vor zwei Jahren zum ersten Mal ins Programm der Deutschland-Tour genommen worden. Vor zwei Jahren siegte Leipheimer, der auf dem 13 Kilometer langen Anstieg mit bis zu 16 Prozent Steigung auch Jan Ullrich distanziert hatte und danach die gesamte Rundfahrt gewann. Zusammen mit dem Angliru in Spanien gilt der Rettenbachferner als steilster europäischer Anstieg, der bei Radrennen zu bewältigen ist.

Gerichtsentscheidung gegen Team Elk Haus am Mittwoch

Der auf der 4. Etappe schwer gestürzte Rigoberto Uran ist operiert worden und muss zur Beobachtung noch mindestens einen Tag im Krankenhaus von Kempten bleiben. Der Kolumbianer brach sich den linken Unterarm und erlitt am rechten Ellenbogen eine Ausriss-Fraktur. Das bestätigte am Dienstag der Tour-Arzt Roland Kretsch. Uran hatte sich am Montag bei der Abfahrt vom Riedbergpass in einer Kurve versteuert und war kopfüber die Böschung hinab in einen Gebirgsbach gestürzt.

Das Landgericht Hamburg entscheidet am Mittwoch darüber, ob das österreichische Zweitliga-Team Elk Haus Simplon weiter an der Deutschland-Tour teilnehmen kann. Der Veranstalter hatte einen Einspruch gegen die Einstweilige Verfügung des Teams eingelegt, mit der die Österreicher einen Start erzwungen hatten. Elk Haus sollte nicht starten, weil die Fahrer die Absichtserklärungen nicht fristgerecht unterschrieben hatten. Darin verpflichteten sie sich, nicht zu dopen und bei Zuwiderhandlung ein Jahresgehalt an den Weltverband UCI zu zahlen.

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