Sport : Deutschland Tour: Von Klödens Sturz profitiert Teamkamerad

Das Weiße Trikot des Führenden bei der Deutschland Tour bleibt im Besitz des Teams Telekom. Durch einen Sieg beim Einzelzeitfahren von Weinheim nach Heppenheim hat Alexander Winokurow (Kasachstan) seinen Mannschaftskollegen Erik Zabel (Unna) vom ersten Platz in der Gesamtwertung verdrängt. Dem Glück des Olympiazweiten ging allerdings das Pech des favorisierten Andreas Klöden (Cottbus) voraus. Der Telekom-Fahrer stürzte kurz vor dem Ziel auf der regennassen Straße, büßte seinen Vorsprung nach Zwischenbestzeiten ein und belegte Rang drei. Dazwischen schob sich der Spanier Arbilla Garmendia. Zabel kam auf Platz 100.

Team-Manager Walter Godefroot hatte Klöden und Winokurow im Vorfeld bereits als Kandidaten für den Gesamtsieg der 1240 km langen Rundfahrt durch Deutschland ausgemacht. Beide enttäuschten ihn nicht. "Es war unheimlich schwer", konstatierte Winokurow, der zuerst gestartet war. Klöden rutschte auf der glitschigen Straße in einem Verkehrskreisel weg. Davon unbeeindruckt setzte er zwar seine Fahrt fort, doch dem Sieger von Paris - Nizza machte eine Beinverletzung zu schaffen. Möglicherweise wurde ein Nerv eingeklemmt.

Der eigentlich favorisierte Alex Zülle (Schweiz) vom zweiten deutschen GS-1-Rennstall Coast ging bei seiner Paradedisziplin wieder leer aus. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und unrundem Tritt benötigte der Zeitfahr-Weltmeister von 1996 für den flachen Kurs 50 Sekunden mehr als Winokurow. Der Zweite der Tour de France von 1999 haderte vor allem mit der kühlen Witterung. "Es war sehr schwierig zu fahren, die Muskulatur war hart", sagte der 32-Jährige.

Zuvor hatte der Österreicher Matthias Buxhofer überraschend die Halbetappe von Mannheim nach Heppenheim für sich entschieden. Der 27-Jährige überlistete am Morgen das Team Telekom. Buxhofer rettete nach insgesamt 91 Kilometern einen Vorsprung von zwei Sekunden ins Ziel und feierte damit nach dem dritten Platz bei der Niedersachsen-Rundfahrt den größten Erfolg seiner erst einjährigen Profi-Karriere. Zabel setzte sich im Schlussspurt des Hauptfeldes gegen den Henninger-Turm-Gewinner Marcus Zberg (Schweiz) sowie Martin Müller (Cottbus) und Sven Teutenberg (Mettmann) durch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben