Sport : DFB-Ausschuss berät über den Fall Deisler

Frank Bachner

Götz Eilers will heute eine wichtige Frage stellen. Jedenfalls sagt er, dass er die Antwort noch nicht kennt. Heute tagt, ganz routinemäßig, der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und der DFB-Justiziar Eilers möchte nun zu gerne wissen, ob die Kollegen vom Ausschuss nicht korrekt arbeiten. Und ob sie wirklich bewusst seit Jahren Verstöße gegen ein bestimmtes DFB-Statut ignorieren. Der Rechtsanwalt Christoph Schickhardt, seit Jahren mit Bundesligavereinen befasst, hatte im Tagesspiegel gesagt, die DFB-Juristen akzeptierten stillschweigend, dass Vereine mit Profis verhandelten, obwohl deren Verträge noch länger als ein halbes Jahr laufen. Das ist in Deutschand aber verboten.

"Mir ist nicht konkret bekannt, dass der Kontrollausschuss jemals bewusst weggeschaut hat", sagt Eilers. Allerdings weiß er auch nicht, ob ein Verstoß jemals geahndet wurde. "Daran erinnere ich mich nicht." Deshalb will er ja heute nachfragen. Der Ausschussvorsitzende Horst Hilpert war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aber heute, in der Sitzung, wird er sich mit einem konkreten Fall beschäftigen. Der Personalie Deisler (Hertha BSC/FC Bayern München). "Der Bayern-Manager Uli Hoeneß hat ja nun zugegeben, dass 20 Millionen Mark an Deisler flossen, da muss sich der Kontrollausschuss überlegen, ob der Tatbestand der Statutenverletzung erfüllt ist", sagt Eilers.

Aber die Geschichte mit den Regelverstößen ist gar nicht so einfach. Sagt jedenfalls Eilers. "Was ist denn, wenn ein Wechsel eines Spielers zwar regelwidrig zu früh festgelegt wird, aber in dem neuen Vertrag kein Datum steht? Dann kann man nichts machen. Es gibt hundert verschiedene Varianten, das Statut zu übergehen und alles zu verschleiern." Schickhardt aber sagt, die DFB-Juristen verfolgten grundsätzlich nicht, auch wenn dem Ausschuss ein konkreter Fall gemeldet würde. Aber dazu kann Eilers nichts sagen. "Ich bin nicht so sehr ins Alltagsgeschäft des Ausschusses involviert." Aber müsste nicht ein DFB-Justiziar grundsätzlich die Art der Strafverfolgung in seinem Verband kennen? "Muss ich nicht."

Überhaupt, sagt Eilers, sei das eigentlich mehr eine Sache für die Deutsche Fußball-Liga (DFL), in der die Bundesligavereine jetzt organisiert sind. Aber noch ist der DFB damit befasst. Und ganz bestimmt erhält Eilers heute eine Antwort.

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