Sport : DFB: Beckenbauer fordert einschneidende Veränderungen im Verband

Innerhalb der nächsten fünf Wochen soll die neue Organisationsstruktur des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die WM 2006 stehen. Doch ob Franz Beckenbauer und Fedor Radmann als die "Siegreichen Zwei" der erfolgreichen Kandidatur mitmachen werden, steht noch nicht fest. In verschiedenen Erklärungen machten sie am Wochenende deutlich, dass ein weiterer führender WM-Einsatz nur zu ihren Bedingungen denkbar ist. Doch was auch als Drohung interpretiert wird, ist zunächst der Versuch, Druck auf den DFB auszuüben und ihn zu Reformen und zu genehmen Strukturen zu zwingen.

Am Sonnabend erklärte Beckenbauer in "Bild": "Ob ich den OK-Präsidenten mache, hängt von den nächsten Wochen ab." Radmann nannte der Deutschen Presse-Agentur zwei Bedingungen: "Wenn Franz es will, dass ich eine Führungsrolle haben soll, dann mache ich es." Allerdings müssten "die Voraussetzungen so stimmen, wie ich sie für notwendig halte. Da werde ich keine Kompromisse machen."

Sowohl Beckenbauer als auch Radmann beanspruchen offenbar eine weitgehende Unabhängigkeit vom DFB. So ist auch Beckenbauers Aussage zu interpretieren, sein Amt als DFB-Vizepräsident abgeben zu wollen. Beckenbauer: "Ich habe nur deshalb den Vize gemacht, weil mir dieser Titel bei meinem Reisen um die Welt geholfen hat. Das war wichtig und richtig. Aber jetzt brauche ich ihn nicht mehr."

Im kommenden Frühjahr sind Neuwahlen, dann soll Gerhard Mayer-Vorfelder den vor einer Herzoperation stehenden Braun auch formal beerben. Bereits Ende September soll in Mainz ein Außerordentlicher DFB-Bundestag über neue Strukturen befinden. Beckenbauer will im November erneut für die Präsidentschaft bei Bayern München kandidieren ("Wenn ich noch gebraucht werde"); seinen Versuch, auf Distanz zum DFB zu gehen, begründet er so: "Beim Verband sitzen nur Beamte, die etwas verwalten, aber keine Visionen haben."

Der Chef der deutschen WM-Bewerbung wollte zwar gegenüber dem ZDF keine detaillierten Bedingungen für die Übernahme des Vorsitzes im Organisationskomitee stellen. Allerdings hatte er beim Treffen der deutschen Weltmeister-Elf von 1990 am zehnten Jahrestag des Titeltriumphes am Sonnabend in Rom präzise Vorstellungen von den Rahmenvoraussetzungen: "Die Fifa und die Leute, die uns gewählt haben, fordern, dass ich eine Rolle spiele. Das wird bei einem Meeting zwischen DFB und Bewerbungskomitee geklärt. Der DFB muss professioneller herangehen, für 2006 muss es eine neue Organisation geben, aber wir sind alle vernünftige Leute und bekommen das hin."

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