Sport : DFB: Bierhoff denkt an Amtsaufgabe

Rudi Völler steht vor der schwersten Aufgabe seiner bislang dreimonatigen Amtszeit als DFB-Teamchef. Vor dem wichtigen WM-Qualifikationsspiel am Sonnabend (16 Uhr MESZ/live im ZDF) in London gegen England ist der 40-Jährige mehr denn je als Krisenmanager gefragt. Probleme gibt es vor dem Länderspiel des Jahres genug: Die Schlammschlacht um Christoph Daum, die Müdigkeit und Formschwäche einiger Nationalspieler und die Diskussion um Kapitän Oliver Bierhoff. Doch Völler versuchte beim Treffpunkt des 20-köpfigen DFB-Kaders am Dienstagmittag in Gravenbruch zunächst davon abzulenken: "Wir freuen uns auf England. Es ist eine besondere Sache, dort auflaufen zu dürfen. Wir wollen uns nicht verstecken. In Wembley kann ich nur ganze Kerle gebrauchen, die mit dieser Atmosphäre und mit diesem Druck fertig werden. Alle anderen Dinge müssen wir in den Hintergrund schieben."

Nach dem Auftaktsieg in der WM-Qualifikation gegen Griechenland (2:0) könnte Völler beim "Klassiker" schon mit einem Punkt gut leben. Auf jeden Fall verspricht er für die letzte Partie im legendären Wembleystadion eine gut gerüstete DFB-Auswahl: "Wir werden das Training so ausrichten, dass die Mannschaft auf die Sekunde genau topfit ist und brennen wird."

Ob Kapitän Oliver Bierhoff neben Carsten Jancker zu dieser Mannschaft von Beginn an gehören wird, ließ Völler vor dem Abflug am Mittwoch weiterhin offen. "Alles ist möglich. Wir haben noch einige Tage Zeit", erklärte der Teamchef, der auf die eigentlich gesetzten Jörg Heinrich und Alexander Zickler verzichten muss.

Bierhoff selbst meldete nach seinen Toren beim AC Mailand jedoch Ansprüche auf einen Platz an. "Ich bin topfit und will natürlich spielen", sagte der 50-malige Nationalspieler. Allerdings überlegt Bierhoff derzeit, ob er sein Kapitänsamt zur Verfügung stellt. Zumindest Völler hätte damit kein Problem: "Die Diskussion um den Kapitän wird viel zu hoch gespielt." Auch die Diskussion um die hohe Belastung der Spieler mit Champions League, Uefa-Pokal und Bundesliga will Völler nicht überbewerten. "Viele Spieler haben drei englische Wochen hinter sich. Da ist es normal, dass einige müde sind. Aber die Engländer haben die gleichen Probleme", sagte der 90-malige Nationalspieler.

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