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DFB ermittelt gegen Osnabrück : Manipulationsverdacht in Dritter Liga

Osnabrücker Spieler sollen versucht haben, Gegenleistungen für einen Sieg zu erhalten. DFB-Vize Koch hat Ermittlungen veranlasst. Zwei Spieler bestätigten einen "Riesenfehler" gemacht zu haben.

DFB-Vizepräsident Rainer Koch spricht von einem "konkreten Verdacht". Foto: Frank Rumpenhorst dpa/ lhe
DFB-Vizepräsident Rainer Koch spricht von einem "konkreten Verdacht".Foto: Frank Rumpenhorst dpa/ lhe

Ein drohender Manipulationsskandal um Spieler des VfL Osnabrück hat in der Dritten Liga das Saisonfinale mit dem erneuten Abstieg des SC Paderborn überschattet. Wegen des Verdachts der versuchten Einflussnahme im Abstiegskampf ermittelt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der DFB hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und die eigene Ethikkommission eingeschaltet, wie er nach dem 0:0 der Paderborner beim VfL Osnabrück am Samstag mitteilte. Die zweite Mannschaft von Werder Bremen war durch das 1:0 gegen den VfR Aalen noch an Paderborn vorbeigezogen und rettete sich damit am letzten Spieltag.

Nach Angaben des DFB ging bei dessen Ombudsmann ein Hinweis ein, wonach Osnabrücker Spieler versucht haben sollen, Gegenleistungen von Bremer Spielern dafür zu erhalten, dass sie sich in der Partie gegen Paderborn um einen Sieg bemühen. DFB-Vizepräsident Rainer Koch habe daraufhin Ermittlungen veranlasst.

"Sehr konkreter Verdacht"

Koch bestätigte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk einen „sehr konkreten Verdacht“. Zudem lobte er das Verhalten von Werder Bremen II. „Die Spieler von Werder Bremen haben sich sofort an den Ombudsmann gewendet, sodass wir hier in schneller und konsequenter Weise reagieren konnten und auf diese Weise großer Schaden von der Dritten Liga abgewendet werden konnte“, sagte der beim DFB für Rechtsfragen zuständige Vizepräsident. Koch erklärte, dass der VfL Osnabrück als Verein mit den Vorwürfen nichts zu tun habe, es handele sich vielmehr um „die Aktionen einzelner Spieler“.

Zwei Spieler stellen sich

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft informierte der DFB-Kontrollausschuss in Osnabrück die Vereinsführung bereits am Freitag. Mehrere Spieler wurden befragt, danach empfahl der Kontrollausschuss, drei verdächtige Spieler nicht einzusetzen. Der Verein kam dem nach.

Am Montag bestätigten zwei Osnabrücker Fußballer, Kontakt zu ihren Bremer Kollegen aufgenommen zu haben. Wie die beiden Profis Addy Waku Menga und Marc Heider der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagten, hätten sie in der Woche vor dem letzten Spieltag Kontakt mit zwei Spielern der U23 von Werder Bremen. „Wir wissen, dass wir einen Riesenfehler gemacht haben“, sagte Heider, der wie Menga früher in Bremen gespielt hat. „Das war einfach dumm, aber wir haben die Tragweite einfach nicht erkannt.“

Allerdings gaben Heider und Menga einem dritten Spieler die Hauptschuld an den Vorfällen. Dessen Namen wollten die beiden Profis aber nicht nennen. Der Spieler habe sie angestiftet. Allerdings sagten sowohl Menga als auch Heider, dass sie nie Geld gefordert hätten.

Betroffene Spieler suspendiert

„Wir haben uns unmittelbar bereit erklärt, alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufklärung der im Raum stehenden Vorwürfe gegen wenige Spieler des VfL Osnabrück zu unterstützen“, sagte VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Die Betroffenen seien bis zur Aufklärung suspendiert.

Mit dem dritten Abstieg in Folge – von der Bundesliga bis jetzt in die Regionalliga – gelang Paderborn ein unfreiwilliger deutscher Rekord, den auch mehrere Trainerwechsel nicht verhindern konnten. In der nächsten Saison ebenfalls nicht mehr im deutschen Profifußball vertreten sind der FSV Mainz II und der FSV Frankfurt.

Aufsteiger Jahn Regensburg hingegen verteidigte mit einem 1:0 (0:0) bei Preußen Münster den dritten Rang und wird nun gegen 1860 München um den zweiten Aufstieg in Folge spielen. Drittliga-Meister MSV Duisburg und der Zweite Holstein Kiel hatten den Sprung in die Zweitklassigkeit bereits am vorletzten Spieltag perfekt gemacht. (dpa)

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