DFB ermittelt : Lehmann vs. Subotic: „Volle Kanne vor die Zähne“

Ellbogencheck und Schlag ins Gesicht: Der Deutsche Fußball-Bund hat Ermittlungen gegen den Stuttgarter Jens Lehmann und den Dortmunder Neven Subotic aufgenommen.

Felix Meininghaus

Dortmund - Zumindest die Trainer waren sich einig: Jürgen Klopp und Markus Babbel kamen nach dem Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart überein, dass das 1:1 (1:0) ein gerechtes Ergebnis war. Zwei andere Protagonisten konnten sich dagegen weit weniger auf einen Konsens einigen: Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit waren der Dortmunder Manndecker Neven Subotic und der Stuttgarter Keeper Jens Lehmann handfest aneinandergeraten. In Erwartung eines Einwurfs von Patrick Owomoyela hatte erst Lehmann mit dem Ellbogen ausgeteilt, darauf revanchierte sich Subotic mit einem Schlag ins Gesicht.

Keine schöne Szene, doch Schiedsrichter Helmut Fleischer ließ beide Akteure ungestraft davonkommen. Nach Spielschluss gab er zu Protokoll, er habe über die Szene nicht befinden können, weil er kein Schlagen gesehen habe. Das, was dem Unparteiischen entgangen war, hatten die Fernsehkameras haargenau protokolliert: Tätlichkeiten von beiden Seiten. Während Subotic nach dem Spiel einräumte, „ja, ich habe ihn auch getroffen“, wähnte sich Lehmann frei von jeglicher Schuld. Mit angeschwollener Lippe spielte der Torhüter in den Katakomben des Dortmunder Stadions den Staatsanwalt in eigener Sache. Der Dortmunder habe ihn auf den Kiefer geschlagen, gab Lehmann zu Protokoll und unterstellte Subotic dabei den Versuch vorsätzlicher Körperverletzung. „Ich spiele seit 22 Jahren Fußball und mir hat noch nie einer einen Zahn ausgeschlagen. Jetzt dachte ich, es ist so weit. Da kommt einer daher und schlägt mir volle Kanne vor die Zähne.“ Eine reichlich einseitige Wahrnehmung.

Auch auf der Zielgeraden seiner schillernden Laufbahn ist Jens Lehmann weiter ein Mann, der polarisiert. Am Sonntag verkündete der DFB auf seiner Homepage, sein Kontrollausschuss werde im Fall Lehmann/Subotic ermitteln. Zuerst werde Schiedsrichter Fleischer angehört, danach werden die beiden Akteure wohl zu schriftlichen Stellungnahmen aufgefordert. Felix Meininghaus

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