Sport : DFB freut sich auf eine unruhige Zeit Verhandlungen mit Klinsmann fortgesetzt

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Berlin/Frankfurt am Main – Es ist eine merkwürdige Bereitschaft zu grundlegenden Reformen im Deutschen FußballBund (DFB) entstanden. Seitdem der designierte Teamchef Jürgen Klinsmann vor wenigen Tagen und damals noch ganz ohne Absicht auf den Posten gefordert hatte, man müsse „im Prinzip den ganzen Laden auseinander nehmen“, gibt es kein Halten mehr. Der künftige neue DFB-Präsident Theo Zwanziger drückte es am Wochenende so aus: „Der deutsche Fußball muss das Gefühl haben, dass der DFB etwas in Bewegung setzt. Es ist wichtig, dass der DFB diese Dynamik entwickelt.“ Was genau damit gemeint sein soll, bleibt bisher sowohl bei den Aussagen von Klinsmann als auch denen der DFB-Verantwortlichen unklar.

Anscheinend sollen diese weitgehenden Reformen auch Teil der Verhandlungen sein, die Klinsmann derzeit mit dem DFB führt. Am Samstag nach seiner Ankunft am Frankfurter Flughafen hatte Klinsmann jedenfalls seinen Anspruch deutlich gemacht, „eine federführende Rolle zu übernehmen“ und gefordert, dass sich der DFB öffnen müsse. Über Personalfragen wollte sich Klinsmann zwar nicht äußern, dafür tat dies der Chef des WM-Organisationskomitees (OK), Franz Beckenbauer, am Samstagabend im ZDF um so ausführlicher. Nach Beckenbauers Aussagen läuft es, wie berichtet, auf das Dreiergespann Klinsmann, Holger Osieck und Oliver Bierhoff hinaus. Nach Angaben der „Bild am Sonntag“ soll Klinsmann fünf Millionen, Bierhoff drei Millionen und Osieck zwei Millionen Euro jährlich verdienen. Beckenbauer sagte: „Jürgen kann einiges bewegen, was vorher nicht möglich war.“

Die ersten Gespräche führte eine Delegation bestehend aus Theo Zwanziger, DFB-Chef Mayer-Vorfelder und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt ohne Franz Beckenbauer. Weitere Gespräche sollen in dieser Woche folgen, damit spätestens bis zum Freitag, wenn Klinsmann seinen 40. Geburtstag feiert, eine Gesamtlösung präsentiert werden könne.

Theo Zwanziger freute sich jedenfalls am Wochenende auf „eine spannende, unruhige und faszinierende Zeit“. Nichts sei schlimmer als Friedhofsruhe, urteilte Zwanziger. ale

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