Sport : DFB: Hoeneß bringt Hitzfeld ins Gespräch

Der FC Bayern München würde Trainer Ottmar Hitzfeld nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 unter gewissen Voraussetzungen als Nachfolger von Teamchef Rudi Völler zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) ziehen lassen. "Wenn es nach uns ginge, würden wir den Vertrag mit Hitzfeld gerne verlängern. Aber wenn der Trainer zu uns käme und um eine Vertragsauflösung bitten würde, würden wir uns ganz offen mit der Situation auseinander setzen", erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß in einem Interview mit dem Magazin der "Frankfurter Rundschau" (Sonnabend-Ausgabe). Hoeneß fügte hinzu: "Ottmar Hitzfeld müsste allerdings so rechtzeitig zu uns kommen, dass wir Zeit hätten, einen geeigneten Nachfolger beim FC Bayern für ihn zu finden."

Hitzfeld steht beim deutschen Rekordmeister noch bis zum 30. Juni 2003 unter Vertrag. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte dem 52-Jährigen erst unlängst einen lebenslangen Vertrag angeboten. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Erich Ribbeck nach der verkorksten Europameisterschaft im vorigen Sommer galt Hitzfeld neben Christoph Daum als Wunschkandidat des DFB. Hitzfeld zeigte auch Interesse, erhielt vom FC Bayern seinerzeit aber keine Freigabe aus seinem laufenden Vertrag. "Es kann doch nicht sein, dass jederzeit Verträge gebrochen werden, nur weil der Deutsche Fußball-Bund einen Trainer benötigt", rechtfertigte Hoeneß das damalige Verhalten des FC Bayern.

Der DFB muss womöglich nach der Weltmeisterschafts-Endrunde 2002 in Japan und Südkorea einen neuen Trainer verpflichten. Denn Rudi Völler hat erst in den vergangenen Tagen erneut bekräftigt, dass er den Job als Teamchef der Nationalmannschaft nicht auf Dauer ausüben wolle. "Ich sehe meine Zukunft nicht als Teamchef. Ich wollte eigentlich nie Trainer werden. Ich werde eines Tages wieder ins Management zurückkehren", sagte Völler. Nach der Weltmeisterschaft tritt automatisch wieder sein noch bis 2003 laufender Vertrag als Sportdirektor beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen in Kraft.

DFB-Vizepräsident Beckenbauer hatte dagegen erst am Donnerstag seine Überzeugung geäußert, dass Völler über 2002 hinaus Teamchef der Nationalmannschaft bleiben werde. "Ich bin sicher: Rudi bleibt ewig!", meinte Beckenbauer.

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