Sport : DFB: Hoyzer manipulierte vier Spiele

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Vom „Licht am Ende des Tunnels“ sprach Theo Zwanziger, nachdem er gestern Einblick in die Akten der Berliner Staatsanwaltschaft bekommen hatte. Von Sonnenschein könne aber noch lange keine Rede sein, ergänzte der Geschäftsführende DFBPräsident. Der DFB weiß jetzt, was Robert Hoyzer vor einer Woche gestanden hat. Er gab zu, vier Spiele manipuliert zu haben. Dabei handelt es sich um die Spiele Wuppertaler SV – Werder Bremen Amateure (30. Mai 2004/1:0), Braunschweig – St. Pauli (5. Juni 2004/3:2), Ahlen – Burghausen (22. Oktober 2004/1:0) und Paderborn – Hamburger SV (21. August 2004/4:2). Über eine eventuelle Neuansetzung dieses DFB-Pokalspiels will das DFB-Sportgericht am 11. Februar entscheiden.

Zudem endete die Partie Duisburg – Greuther Fürth (26. September 2004/1:0) so, wie es Hoyzer gewünscht hatte, ohne dass er manipulieren musste. Bei den Spielen Paderborn – Chemnitz (22. Mai 2004/4:0) und Unterhaching – Saarbrücken (28. November 2004/1:3) misslangen die Manipulationsversuche.

Nach Informationen des „Spiegel“ soll Hoyzer für die Manipulationen 67 000 Euro und einen Plasma-Fernseher erhalten haben. Wie DFB-Sprecher Harald Stenger bestätigte, hat Hoyzer ausgesagt, dass sein Kollege Dominik Marks 5000 Euro für einen Sieg der Amateure von Hertha BSC gegen die Amateure von Arminia Bielefeld (2:1) erhalten habe. Zudem soll Marks 30 000 Euro nach dem 3:0 des MSV Duisburg im Zweitligaspiel in Karlsruhe bekommen haben. Außerdem beschuldigt Hoyzer den Essener Schiedsrichter Jürgen Jansen, das Bundesligaspiel Kaiserslautern – Freiburg (3:0) und die Zweitliga-Begegnung Dresden – Unterhaching (1:0) verschoben zu haben. Jansen, der sich als „Bauernopfer“ sieht und dem DFB vorwirft dabei zuzusehen, wie „jemand geschlachtet“ wird, will heute auf einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen Stellung nehmen und dabei Spielszenen auf Video zeigen. Freiburg und Unterhaching haben Protest gegen die Wertung dieser Spiele eingelegt. Hoyzer beschuldigt auch Schiedsrichter Felix Zwayer und Betreuer Wieland Ziller. Die von Hoyzer beschuldigten Spieler und Schiedsrichter bestreiten die Vorwürfe.

Bei den Hausdurchsuchungen ist es am Mittwoch zu einer Panne gekommen. Im Durchsuchungsbeschluss gegen Laurentiu-Aurelian Reghecampf war vom „ehemaligen Spieler vom Chemnitzer FC“ die Rede. Reghecampf reklamierte, er habe nie für Chemnitz gespielt, es müsse sich um eine Verwechslung handeln. Staatsanwalt Michael Grunwald erklärte gestern, dass es sich um einen „Schreibfehler“ gehandelt habe. „Das ändert aber nichts an dem Tatvorwurf. Er gilt weiter als Beschuldigter.“

DFB-Präsident Zwanziger verteidigte gestern die Entscheidung, die verdächtigten Schiedsrichter nicht einzusetzen. „In diesem Fall müssen wir abwägen zwischen der Unschuldsvermutung und dem öffentlichen Interesse an der Sauberkeit des Fußballs“, sagte Zwanziger.

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