Sport : DFB-Junioren: Deutschlands Nachwuchs stammt aus Freiburg

Das Freiburger Modell scheint auch außerhalb des Breisgaus Früchte zu tragen. Auch die U 21-Junioren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) profitierten beim 3:1 über Finnland im Europameisterschafts-Qualifikationsspiel davon. Florian Bruns vom SC Freiburg erzielte zwei Treffer. Mit Tobias Willi und Fery Zandi setzte DFB-Trainer Hannes Löhr in Tampere auf zwei weitere Schützlinge des Freiburger Trainers Volker Finke. Und mit Fabian Gerber saß ein zukünftiger Freiburger noch auf der Reservebank. "Volker Finke hat den Mut, jüngere Spieler in sein Team behutsam einzubauen. Auf Dauer wird sich dies auszahlen", sagte Löhr und zollte dem Trainerkollegen aus der Bundesliga Anerkennung. Er möchte am 31. August das nächste EM-Ausscheidungsspiel gegen England auch nicht in Augsburg, sondern in Freiburg bestreiten. Nach der Übernahme der Tabellenführung strebt das Team von Hannes Löhr nun den Gruppensieg an.

Für 25 Millionen Mark ist in Freiburg ein Jugend-Internat entstanden. Hier schult der Sportclub intensiv den Nachwuchs, den Finke aus der gesamten Republik zusammenholt. So auch Florian Bruns, der seine fußballerischen Lehrjahre in Oldenburg absolvierte. "Er hat ein tolles Spiel gezeigt, obwohl er ein Jahr lang in Freiburg nicht eine einzige Begegnung durchgespielt hat", lobte Löhr seinen Torschützen. Er war in Finnland auch nur deshalb zum Einsatz gekommen, weil mit Christian Timm vom 1. FC Köln und Daniel Bierofka von TSV 1860 München der erste Sturm wegen Verletzungen ausgefallen war. "Wir haben auf den Mannschaftsgeist gesetzt und sind nicht leichtsinnig in das Spiel gegangen. Das hat geklappt. Über meine beiden Tore freue ich mich ganz besonders", sagte Bruns.

Schulterklopfen gab es in Finnland nach der Partie auch für Michael Zepek. "Er hat bei uns gespielt, als wenn er seit langem dazugehört. Michael hat die Abwehr zusammengehalten. Die Finnen hatten doch überhaupt keine echte Torchance", sagte der Coach der ältesten deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaft. Löhr hatte den U 20-Junioren-Nationalspieler kurzfristig in den Kader genommen, weil Sebastian Kehl für den Vergleich mit Finnland gesperrt war. Zepek reiste unmittelbar nach dem Spiel in Tampere nach Hause. Nach einem Kurzurlaub muss sich der künftige Profi von Bayer Leverkusen auf die U 20-Weltmeisterschaft in Argentinien vorbereiten.

Für Hannes Löhr war dieser Erfolg über Finnland erneut eine Bestätigung für seine These. "Wir haben in Deutschland einen talentierten Nachwuchs. Die jungen Spieler müssen in den Vereinen nur zum Zuge kommen", betonte der U 21-Trainer bei jeder Gelegenheit. Nach dem Ausfall von acht Akteuren hatte er seiner zweiten Garnitur vertrauen müssen, und sie hatte ihn nicht enttäuscht. Auf dem Acker von Tampere, einem nur sehr schwer bespielbaren Boden, mussten sich die DFB-Junioren aber schnell von der Schönspielerei verabschieden und den Erfolg durch Einsatz und Zweikampfstärke suchen. Löhr sagte: "Sie haben das Hemd angezogen und wollten gewinnen."

Der ehemalige Fußballnationalspieler warnte aber vor einer Überbewertung des Triumphes: "Gegen Albanien wird es viel schwerer. Diese Mannschaft will sich für ein 0:8 in Köln revanchieren." Die Albaner überraschten am Freitagabend mit einem 0:0 in Griechenland. Horst Hrubesch hatte seinem Kollegen Löhr diese frohe Botschaft aus Kreta per Handy unmittelbar nach dem Abpfiff übermittelt. Klar, dass sich die Gesichtszüge beim Trainer der deutschen U 21-Auswahl aufhellten. Durch diese unerwartete Punkteteilung verhalfen die Albaner der deutschen Auswahl zur Führung in der Gruppe neun. Diese gilt es nun in der nächsten Partie gegen Albanien zu verteidigen, zumal nur der Gruppensieger sich direkt für die Europameisterschaft qualifiziert.

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