Sport : DFB-Junioren: Tränen und Glückwünsche

Traurig und erschöpft ließen sich die deutschen Spieler auf den Boden fallen. Erst dreieinhalb Minuten nach Ende der regulären Spielzeit hatten sie das entscheidende Gegentor kassiert, weshalb sich die U 20-Junioren durch eine bittere 2:3 (1:2)-Niederlage gegen Europameister Frankreich aus Argentinien verabschieden mussten. Das Achtelfinale war bei der Junioren-Weltmeisterschaft Endstation. "Wir gehen mit dem Gefühl, alles gegeben zu haben. Ich bin stolz auf die Jungs und gratuliere ihnen zu einer guten WM", sagte Trainer Uli Stielike.

Als die ersten Tränen verdrückt waren, folgten weitere Gratulanten Stielikes Beispiel. "So auszuscheiden ist bitter und enttäuschend. Aber das Team braucht sich nichts vorzuwerfen. Bei dieser WM spielen nur Argentinien und Brasilien in einer anderen Liga, danach kommen sechs Teams, zu denen auch wir gehören", sagte Bayer Leverkusens Manager Reiner Calmund, der als Talentsucher seit Turnierbeginn vor Ort war.

DFB-Vizepräsident und Delegationsleiter Hans-Georg Moldenhauer sah sogar Signalwirkung für den kompletten deutschen Juniorenbereich: "Wir haben gezeigt, dass der deutsche Nachwuchs wieder da ist." In der Tat trennte nur das Pech die deutschen Junioren von einer Überraschung gegen den Europameister. Nach der Führung durch Benjamin Auer (20.) wendeten zunächst der überragende Djibril Cisse (34., Foulelfmeter) und Bernard Mendy (42.) das Blatt. Die Stielike-Elf schöpfte neue Hoffnung, als der eingewechselte Leverkusener Thorsten Burkhardt (72.) den Ausgleich erzielte. Doch in der Nachspielzeit, als sich die DFB-Elf "voll verausgabt hatte und wie in Trance spielte", wie Stielike fand, setzte abermals Cisse den Schlusspunkt. Im Spielzug zuvor hatte Auer allein vor Frankreichs Schlussmann Nicolas Penneteau die Führung vergeben.

"Dieser Cisse hat heute den Unterschied gemacht. Der ist jetzt schon selbst für Bayer Leverkusen nicht mehr zu bezahlen", sagte Calmund. Das Nachwuchstalent vom AJ Auxerre soll in absehbarer Zukunft eine Summe jenseits von 40 Millionen Mark einbringen. Von solchen Zahlen kann Borussia Mönchengladbach nur träumen, obwohl der Aufsteiger Benjamin Auer unter Vertrag hat. Der deutsche Stürmer, der in vier Spielen fünf Tore schoss und danach sogar Angebote aus der italienischen Serie A bekommen haben soll, war neben Christoph Preuß der Gewinner des Turniers. Preuß, der trotz des Frankfurter Abstiegs seinen Vertrag dort verlängert hat, bot in den Vorrundenspielen gegen Brasilien (0:2), Kanada (4:0) und den Irak (3:1) nach Meinung von Stielike "herausragende Leistungen".

Keine sieben Stunden nach der Niederlage saßen die unglücklichen Verlierer schon im Flieger nach Buenos Aires, wo DFB-Trainer Michael Skibbe zur Mannschaft stieß. Der Nachwuchs-Chef hatte sein Team alleine gelassen - um den vermeintlichen Viertelfinalgegner Argentinien zu beobachten.

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