DFB : Klinsmann geht, Löw übernimmt

Der bisherige Assistenz-Trainer Joachim Löw wird nach dem Abschied von Jürgen Klinsmann neuer Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Frankfurt/Main - Nur einen Tag nach dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Mittwoch wie angekündigt «Plan B» aus der Schublade gezogen und Joachim Löw als neuen Bundestrainer vorgestellt. Der bisherige Assistenztrainer der DFB-Auswahl unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bis nach der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. Der 46-Jährige galt für den Fall eines möglichen Abgangs von Klinsmann schon seit längerem als aussichtsreichster Kandidat. Klinsmann hatte aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen auf eine Vertragsverlängerung verzichtet und seine rechte Hand als neuen Chefcoach empfohlen.

«Ich freue mich natürlich sehr über diese neue Aufgabe», sagte Löw. Es sei eine große Herausforderung, den eingeschlagenen Weg mit der jungen Truppe fortzusetzen. In seinen Augen könne sich Deutschland nur mit einer attraktiven und offensiven Spielphilosophie dauerhaft in der Weltspitze etablieren. Spielerisches Potenzial sei reichlich vorhanden. Deutschland habe «ein Ensemble hoch qualifizierter Spieler». Er wolle in seiner Amtszeit daher so manches Talent an die Nationalelf heranführen, versprach Löw.

Offensiv zum EM-Titel

Das DFB-Präsidium war am Dienstag von Klinsmann informiert worden, dass er seinen Vertrag nicht verlängere. Bei einem kurzfristig angesetzten Termin fiel dann am Abend in Stuttgart die Entscheidung zugunsten Löws. Bereits am Montag hatte Klinsmann seine Kollegen im DFB-Trainerstab, Löw und Andreas Köpke, sowie Teammanger Oliver Bierhoff in Kenntnis gesetzt.

Mit dem schnellen Vertragsabschluss dokumentierte der DFB eindrucksvoll, dass er aus den Fehlern der Vergangenheit seine Lehren gezogen hat. Aufgrund der ungewissen Zukunft Klinsmanns wollte der DFB unbedingt eine ähnliche Posse wie nach der EM 2004 vermeiden. Damals hatte sich die so genannte «Trainerfindungs-Kommission» auf die wochenlange und zuweilen peinliche Suche nach einem Nachfolger des zurückgetretenen Rudi Völler gemacht. DFB-Präsident Zwanziger hatte zuletzt stets betont, man sei für den Fall von Klinsmanns Abgang gewappnet und könne jederzeit «Plan B» aus der Schublade ziehen. (tso/ddp)

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