DFB-Kompetenzteam : Zwanziger sieht gute Chancen für Peters

DFB-Chef Zwanziger steht einem Engagement des bisherigen Hockey-Bundestrainers Bernhard Peters beim DFB aufgeschlossen gegenüber. Betroffen reagierte Zwanziger auf die jüngsten rassistischen Vorfälle in der Bundesliga.

Ismaning - Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, hält eine Zusammenarbeit mit dem bisherigen Hockey-Nationaltrainer Bernhard Peters für gut möglich. Der DFB wolle die Sportliche Leitung in einem Kompetenzteam neu organisieren, "dort haben wir mit Absicht einen Platz freigelassen für einen starken Trainer aus einem anderen Bereich", sagte Zwanziger der Sendung "Bundesliga aktuell" des DSF. "Hier hat Herr Peters natürlich aufgrund der Entwicklung gute Chancen", so Zwanziger.

Zunächst allerdings müssten alle verantwortlichen DFB-Trainer ein Gespräch mit Peters führen, beschrieb der Verbandschef das geplante Vorgehen des DFB. "Wenn dann die Inhalte stimmen - und da sehe ich eine gute Chance, dann können wir auch zu einer Vereinbarung mit ihm auf beratender Ebene kommen", fügte Zwanziger hinzu. Bernhard Peters ist als Trainer des deutschen Hockey-Nationalmannschaft der Herren ausgeschieden, nachdem er das Team am Sonntag gegen Australien (4:3) zum zweiten Weltmeistertitel in Folge geführt hatte. Anfang des Jahres wollte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann Peters bereits als Sportdirektor gewinnen, ehe sich der DFB für Matthias Sammer auf dieser Position entschied.

Länderspiel gegen Georgien in Rostock

Zwanziger bestätigte erneut, dass das Länderspiel gegen Georgien am 7. Oktober in Rostock stattfinden soll, obwohl es beim DFB-Pokalspiel der zweiten Mannschaft von Hansa Rostock gegen Schalke 04 (1:9) zu rassistischen Äußerungen in Rostock gekommen war. Er habe nur zwei Minuten über eine Verlegung nachgedacht, berichtete der 61-Jährige, das Spiel sei immerhin ausverkauft. "Wir haben es als ein Spiel bezeichnet, das auch ein Signal an den Osten sein soll", betonte Zwanziger, "dies jetzt zu verändern und wegzunehmen, hätte da mehr Porzellan zerschlagen, als wir damit hätten helfen können."

Betroffen reagierte der DFB-Präsident darauf, dass es am Wochenende beim Bundesligaspiel zwischen Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach (4:2) erneut rassistische Beleidigungen gegeben hatte. "Ich bin enttäuscht, dass so etwas nach dieser großartigen Weltmeisterschaft passiert ist, die wir in Deutschland hatten und in der es zu keinen fremdenfeindlichen Attacken gekommen ist", sagte Zwanziger. Er wünsche sich nun "klare und deutliche Strafen" durch den Kontrollausschuss und das Sportgericht des DFB. "Rassismus und fremdenfeindliche Äußerungen in den Stadien sind keine Kavaliersdelikte mehr. Sie haben mit einem fairen Fußballspiel nichts zu tun", hob Zwanziger hervor. (tso/ddp)

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