Sport : DFB nähert sich neuem Ausrüster

Stefan Hermanns

Düsseldorf - Der Deutsche FußballBund treibt einen Wechsel seines Ausrüsters weiter voran. Dieser Eindruck verfestigt sich immer mehr. Der DFB hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, deren Ergebnis einen solchen Schritt schon vorab zu legitimieren scheint. Demnach sind 72 Prozent der Deutschen und sogar 77 Prozent der Fußballinteressierten dafür, dass der Verband von Adidas zu Nike wechseln solle – allerdings nur, wenn die Mehreinnahmen in die Nachwuchsförderung und in den Bau von Bolzplätzen investiert würden. Nike bietet dem DFB für eine achtjährige Zusammenarbeit ab 2011 knapp eine halbe Milliarde Euro. Adidas zahlt bisher zehn Millionen Euro pro Jahr.

Man könnte aus der Umfrage allerdings auch herauslesen, dass es für einen Ausrüsterwechsel keine Mehrheit gibt: Auf die Frage „Soll der DFB von Adidas zu Nike wechseln?“ antworteten nur 19 Prozent mit Ja. 40 Prozent waren dagegen. Selbst unter Berücksichtigung des deutlich höheren Nike-Angebots waren nur 34 Prozent für ein Ende der langjährigen Zusammenarbeit mit Adidas, ebenso viele sprachen sich dagegen aus. Oliver Bierhoff sagte, es sei schon „wichtig, zu wissen, wie das Thema aufgenommen wird“. Der Manager der Nationalmannschaft hatte dem DFB das Angebot überbracht, als ehemaligem Werbeträger von Nike war ihm daraufhin Befangenheit unterstellt worden. Bierhoff verteidigte sich gegen diesen Vorwurf: „Wichtig ist, dass es nicht zum Schaden des DFB ist.“

Ob der Verband überhaupt Verhandlungen mit Nike aufnehmen kann, wird von der Klärung der Vertragssituation mit Adidas abhängen. Der Sportartikelhersteller vertritt die Ansicht, dass die Zusammenarbeit im Sommer bis 2014 verlängert wurde, als er den Nationalspielern freie Schuhwahl gewährte. Der DFB bestreitet dies. Ein dreiköpfiges Schiedsgericht soll nun schlichten. Beide Seiten haben sich bereits darauf geeinigt, das Urteil anzuerkennen.

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