Sport : DFB nimmt Nationalelf in Schutz

„Kein Doping-Vergehen bei der WM 1966“.

Düsseldorf - Der Deutsche Fußball- Bund (DFB) hat die erneut erhobenen Vorwürfe eines Ephedrinmissbrauchs von Nationalspielern bei der Weltmeisterschaft 1966 in England zurückgewiesen. Laut dem am Montag veröffentlichten Abschlussbericht „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ belege ein Schreiben des früheren Fifa-Funktionärs Mihailo Andrejevic, „dass drei deutschen Fußballern am Ende des Turniers ,feine Spuren’ Ephedrin nachgewiesen wurden“. Dabei habe es sich „sportrechtlich um Dopingvergehen“ gehandelt, heißt es in dem vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Forschungsprojekt der Berliner Humboldt-Universität, die in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Universität in Münster die westdeutschen Doping-Praktiken untersucht hatte.

„Der renommierte Jura-Professor Martin Nolte von der Sporthochschule Köln hat sich in einer Studie intensiv mit dem Thema befasst und kommt zu dem klaren Ergebnis, dass bei der Weltmeisterschaft 1966 kein Dopingvergehen vorlag“, sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker am Dienstag. Die Anschuldigungen eines Ephedrinmissbrauchs waren bereits im November 2011 bekannt geworden. Bei dem Endrundenturnier in England hatte der Weltverband Fifa erstmals bei einer WM Dopingkontrollen eingeführt.

Die Münsteraner Wissenschaftler werfen dem DFB zudem vor, der Verband habe einen Archiv-Zugang nur zu „letztlich inakzeptablen Auflagen gewähren“ wollen. Der Verband habe „durch einen juristischen Beistand plötzlich Forderungen“ an das Projekt gestellt, die dem wissenschaftlichen Standard widersprochen und gegen den Vertrag mit dem Projekt-Auftraggeber BISp verstoßen hätten, stellten zudem die Forscher aus Berlin klar. Dadurch sei ein geplanter Besuch des DFB-Archivs nicht zustande gekommen.

Der Verband wehrte sich gegen den Vorwurf, die Studie behindert zu haben. „Das Gegenteil ist der Fall“, sagte Mediendirektor Köttker. „Wir haben einem Mitglied des Forscherteams von der Uni Münster unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen einen umfangreichen Einblick gewährt.“ dpa

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