DFB-Pokal : 1. FFC Frankfurt siegt nach Elfmeterkrimi

Bei Donnergrollen und sintflutartigen Regenfällen haben sich die Frauen des 1. FFC Frankfurt zum sechsten Mal den DFB-Pokal gesichert. FFC-Ersatz-Torhüterin Ursula Holl, parierte zwei Strafstöße.

Berlin - Die Frankfurterinnen gewannen im Berliner Olympiastadion bei ihrem neunten Finale in Serie gegen den FCR Duisburg im Elfmeterschießen mit 4:1 und durften unter dem Jubel von rund 25.000 Zuschauern aus den Händen von Auswahltrainerin Sylvia Neid den Pokal in Empfang nehmen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 (1:1) gestanden. Im dritten Aufeinandertreffen beider Teams nach 1999 und 2003 (jeweils 1:0) gab es somit zum dritten Mal einen Frankfurter Sieg. In der kommenden Woche kann der FFC nun auch die Meisterschaft und damit das Double perfekt machen.

Die favorisierten Hessinnen, die mit 20:0 Toren in vier Spielen ins Finale eingezogen waren, gingen schon früh durch Renate Lingor (3./Foulelfmeter) in Führung. Mit seiner ersten Torchance sorgte der FCR vor der Pause durch Sonja Fuss (45.+1) für das überraschende 1:1. Dieser Treffer brachte den erstmals ganz in Orange antretenden Duisburgerinnen, die schon in Runde zwei Cupverteidiger Turbine Potsdam ausgeschaltet hatte, neuen Schwung. Zuvor hatten sich in einer ausgeglichenen Partie die Mittelfeldreihen lange neutralisiert, so dass vor der Pause kaum nennenswerte Chancen heraussprangen.

Prinz sorgt für Gefahr

Nachdem der Himmel in der 13. Minute seine Schleusen zu einem Gewitterregen mit Hagel öffnete, erschwerte das nasse Geläuf den Kombinationsfluss auf beiden Seiten. Sonja Fuss hatte allein die Riesenchance zur FCR-Führung, doch verfehlte ihr Schrägschuss knapp das Gehäuse (72). Auch Kerstin Garefrekes hätte per Kopf die Entscheidung in der regulären Spielzeit herbeiführen können (78.).

Einen wohl nicht mehr zu toppenden Weltrekord stellte Tina Wunderlich auf. Die Verteidigerin (9. Finale in Serie) fehlte im Pokal keine einzige Minute und sorgte mit ihrer Routine und ihrer Übersicht stets für Ruhe in der Frankfurter Hintermannschaft.

Im Duell der besten Torjägerinnen der Bundesliga konnte die 161-malige Nationalspielerin Birgit Prinz (21 Treffer) gegen Inka Grings (22) kaum Vorteile erzielen. Sie war aber die Einzige, die für Unruhe in Duisburgs Hintermannschaft sorgte. So konnte Patricia Hanebeck ihren Schuss noch von der Torlinie schlagen (10.), eine Viertelstunde später verpasste Garefrekes ihre Eingabe knapp.

Peanuts für die Klubs

Die 28-jährige Grings, die schon 1998 beim bislang einzigen DFB-Pokalsieg ihres Clubs gegen FSV Frankfurt (6:2) dabei war und damals drei Tore schoss, war nach einer gerade auskurierten Oberschenkel-Verletzung noch nicht wieder in Bestform. Aus Nahdistanz scheiterte sie nach 48 Minuten an Torfrau Ursula Holl und konnte auch zwei Minuten vor dem Abpfiff freistehend nicht verwandeln.

Beide Team dürfen sich nun über 70.000 Euro aus der DFB-Schatulle freuen. Für Duisburgs Vorstandschef Ferdinand Seidelt ist dies jedoch zu wenig. "100.000 Euro pro Team wären eine faire Geste gewesen. Das Verhältnis von 1:22 im Vergleich zum Männergeld ist nicht mehr angemessen", hatte Seidelt zuvor den DFB angegriffen. (Von Frank Thomas, dpa)

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