DFB-Pokal : Babelsberg hielt eine Stunde stand

Der SV Babelsberg 03 unterliegt dem MSV Duisburg mit 0:4. Der Bundesliga-Aufsteiger kam allerdings erst spät ins Rollen.

Karsten Doneck

Babelsberg – Ailton war gleich daheim geblieben. Wegen einer Leistenzerrung solle er sich schonen, hieß es. Nicht nur ein paar junge Autogrammsammler vermissten den exzentrischen Brasilianer im Karl-Liebknecht-Stadion, auch der MSV Duisburg hätte die Dienste seines neuen Stürmers gut gebrauchen können. Vielleicht hätte der Bundesliga-Neuling dann die Aufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals beim zwei Klassen tiefer spielenden SV Babelsberg 03 etwas unverkrampfter gelöst. So brauchten die Duisburger eine quälend lange Anlaufzeit, um sich schließlich vor 4608 Zuschauern doch noch mit 4:0 (0:0) klar zu behaupten.

„Wir haben ordentlich gearbeitet, die Räume zugemacht, sind wie ein Team aufgetreten – bis das 0:1 fiel“, sagte Babelsbergs Trainer Rastislav Hodul. Sein Duisburger Kollege Rudi Bommer hatte den lahmen Angriffsbemühungen seiner Elf schon zur Pause mehr Schwung verleihen wollen. Er wechselte: Mohamadou Idrissou ging, Manasseh Ishiaku kam. Ein Nigerianer für einen Kameruner, wobei der Nigerianer die interne Afrika-Meisterschaft für sich entschied. Ishiaku, für eine Million Euro vom FC Brügge geholt, belebte die Offensive. Und er schoss das befreiende 1:0, ein wahres Traumtor. Die folgenden Treffer von Georgiew und Lamey beseitigten alle Zweifel über den späteren Sieger. „Wichtig für das Selbstvertrauen“, fand Duisburgs Kapitän Ivica Grlic den Erfolg und wollte über die mäßige Vorstellung vor dem ersten Tor erst gar nicht diskutieren: „Das ist typisch Pokal, da versucht die unterklassige Mannschaft alles, und du musst es irgendwie hinkriegen, erstmal ein Tor zu machen.“

Vielleicht hätte Babelsberg, 0:2 in Rückstand liegend, sogar noch mal zurück ins Spiel gefunden – unter Mithilfe von Referee Thorsten Schriever. Der ahndete einen Klammergriff des Duisburgers Björn Schlicke gegen Aymen Ben-Hatira großzügig mit Elfmeter. Doch MSV-Torwart Tom Starke wehrte den von Shergo Biran getretenen Strafstoß ab. Und als die Duisburger in der Schlussphase durch Gelb-Rot gegen Pablo Caceres wegen wiederholten Foulspiels dezimiert waren, fehlte Babelsberg die Kraft zum Ehrentor. Im Gegenteil: Ishiaku schaffte kurz vor Ende das 4:0. Wahrhaft eine lohnende Einwechslung. Selbst Ailton war da vergessen – für eine Weile. Karsten Doneck

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