DFB-Pokal : Babelsberg schlägt Leverkusen - fast

Regionalligist Babelsberg kratzt im DFB-Pokal an der Überraschung gegen den Vorjahresfinalisten Leverkusen, verliert aber 0:1.

Katrin Schulze[Potsdam]
Babelsberg
Leverkusen hat sich in Babelsberg gerade so durchgesetzt. -Foto: dpa

Es gehört zu den höflichen Umgangsformen im DFB-Pokal, jeden auch noch so kleinen Gegner zu einem gefährlichen Konkurrenten zu befördern. Hin und wieder zeigt sich aber, dass diese anerkennenden Worte in Richtung des Gegners durchaus Berechtigung haben. Wie beispielsweise am gestrigen Abend, als sich der Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen, der sich immerhin mit dem Zertifikat Vorjahresfinalist schmückt, zu einem 1:0 (0:0) gegen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 mühte. Dass sich die Babelsberger nur über den brandenburgischen Landespokal für den Wettbewerb qualifiziert hatten, war für Bayer-Trainer Jupp Heynckes noch lange kein Grund, sie abzuschreiben. „Wir wissen, dass Babelsberg eine starke Mannschaft hat. Das wird alles andere als ein Selbstläufer“, hatte er vor der Partie gesagt. Und ahnte da wohl selbst nicht, wie Recht er behalten sollte.

Zwar waren die Babelsberger den Leverkusenern vor 6153 Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion spielerisch deutlich unterlegen, ihre Einsatzbereitschaft aber brachte die Gäste ein ums andere Mal zum Verzweifeln – vor allem in der Verteidigung agierte der Viertligist souverän. Und wenn sich die Leverkusener dann mal durch die starren Abwehrreihen gemogelt hatten, war da ja noch Babelsbergs Torhüter Marian Unger. So wie in der neunten Minute, als Toni Kroos einen sehenswerten Doppelpass mit Tranquillo Barnetta nicht zum gewünschten Abschluss vollenden konnte.

Es war eine von zunächst wenig aussichtsreichen Gelegenheiten der Leverkusener, denen neben dem Langzeitverletzten Patrick Helmes auch Lukas Sinkiewicz, Gonzalo Castro und Arturo Vidal fehlten. Dass Heynckes zudem den nach einer Knieverletzung wieder genesenen Kapitän Simon Rolfes anfangs nur zuschauen ließ, wirkte sich nicht unbedingt positiv auf die Spielkultur aus. Mit Abstimmungsproblemen und ungenauen Zuspielen behinderte sich Bayer immer selbst bei seinen eigenen Offensivbemühungen.

Für die Gastgeber sendete dies ein eindeutiges Signal: Warum nicht auch nach vorne spielen? Schon ab Mitte der ersten Halbzeit präsentierten sie sich mutiger und kamen in Person von Erkan Kilicaslan zu ihrer ersten aussichtsreichen Gelegenheit – der Ball daneben. Der darauffolgende Kopfball von Almedin Civa landete nur in den Armen von Bayer-Torhüter René Adler. Ähnlich unglücklich zeigte sich auch der Gegner, bei dem Mittelfeldspieler Renato Augusto kurz vor dem Halbzeitpfiff zwei gute Chancen vergab.

Anscheinend wollte dem Team von Jupp Heynckes an diesem Freitagabend nichts gelingen, denn selbst mit zahlreichen Standardsituationen wusste die Kreativabteilung nicht viel anzufangen. Bis zur 67. Minute, als Eren Derdiyok die Bayer-Mannschaft mit seinem Schuss durch die Beine von Unger erlöste.

Wirklich selbstbewusster traten die Leverkusener aber auch danach nicht auf: Sie hatten nur Glück, dass Babelsberg nicht zwingend genug nach vorne spielte. Der Pokalauftakt; ein Selbstläufer war er für den Bundesligisten allemal nicht.

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