DFB-Pokal der Frauen : VfL Wolfsburg setzt sich gegen SC Sand durch

Die Außenseiterinnen vom SC Sand unterliegen trotz der Unterstützung des Kölner Publikums im Pokalfinale 1:2 gegen Wolfsburg.

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Moment der Entscheidung. Zsanett Jakabfi trifft zum 2:1 für den VfL Wolfsburg.
Moment der Entscheidung. Zsanett Jakabfi trifft zum 2:1 für den VfL Wolfsburg.Foto: dpa/Becker

Alexander Fischinger hatte sich von vornherein auf einen aufregenden Nachmittag eingestellt. Entsprechend luftig gekleidet lief der Trainer des SC Sand in Köln-Müngersdorf auf – in schwarzem Polohemd und kurzer schwarzer Turnhose. Dazu turnte der temperamentvolle Übungsleiter unentwegt an der Seitenauslinie herum und nutzte kurze Unterbrechungen sofort dazu, mit der einen oder anderen seiner Spielerinnen noch eine Mini-Trainingseinheit einzulegen. Ähnlich großen Einsatz wie der Coach zeigte auch sein Team – am Ende unterlag Sand Favorit Wolfsburg aber 1:2 (1:1).

Für die VfL-Frauen ist so ein nationales Cup-Finale eine schöne Gewohnheit, für die Kickerinnen aus Baden so etwas wie das ultimative Karriere-Highlight. Das bewiesen sie schon vor dem Anpfiff, als sie den obligatorischen Kreis bildeten und ein extrem lautes „Sa – Sa – Sand“ zum Besten gaben. Die ganz in Weiß gekleideten Vizemeisterinnen gingen die Angelegenheit deutlich kühler an, legten dafür aber mit Anpfiff zügig los.

Der Ertrag stellte sich rasch ein. Nachdem Nationalspielerin Alexandra Popp bei ihrem Zuspiel auf die Teamkollegin Ramona Bachmann anfangs noch das Timing fehlte, flutschte Zsanett Jakabfi in der siebten Minute von der rechten Seite in den Strafraum der Fischinger-Elf. Zunächst umkurvte sie Innenverteidigerin Julia Zirnstein, umdribbelte anschließend noch Rechtsverteidigerin Claire Savin und schoss aus zehn Metern ins kurze Eck. Das Duell schien den zu erwartenden Kurs zu nehmen – doch die Badenerinnen erhoben nach dem frühen Rückstand Einspruch. Mit ihren Füßen.

Wolfsburg vom Fanaufkommen her leicht unterlegen, bekamen die Außenseiterinnen dabei akustische Unterstützung von den neutralen Kölner Zuschauern. Bei jedem gelungenen Tackling, bei jedem Ansatz eines Konters der Frauen in Blau feuerte das Publikum den Tabellen-Neunten der abgelaufenen Bundesligasaison enthusiastisch an. Nach neun Minuten hätte die Partie auch schon wieder pari stehen können, doch VfL-Keeperin Almuth Schult, der zuvor ein Rückpass versprungen war, bügelte ihren Fehler im Duell mit der herbeigeeilten Jovana Damnjanovic wieder aus.

16.542 Zuschauer sahen das Finale in Köln

Glück hatten die Sanderinnen nach einer Viertelstunde, als Babett Peter im Anschluss an eine Ecke eine exzellente Gelegenheit zum 2:0 verstreichen ließ. Nun waren die Frauen aus Baden-Württemberg endgültig wach: Ein abgefälschter Schuss von Mittelfeldspielerin Chioma Igwe verfehlte zunächst das Ziel um wenige Zentimeter, sechs Minuten später passte dann alles zusammen.

Ein wunderbarer Pass von Spielführerin Igwe – durch die schlecht positionierte Wolfsburger Abwehr – landete genau vor den Füßen von Damnjanovic. Die Mittelstürmerin lief ein paar Meter mit dem Ball, ehe sie an Schult vorbei mit links zum verdienten Ausgleich traf. In der Folge wurde das Spiel ruppiger, mit dem harten Foul von VfL-Frau Vanessa Bernauer an Anne van Bonn als negativem Höhepunkt.

Sieben Minuten vor der Pause vergab die kampfstarke Popp für die Norddeutschen die Top-Gelegenheit zur erneuten Führung, bis zur Pause drängte dann wieder Sand auf das 2:1. Ohne Erfolg. Nach Wiederbeginn sorgte die emsige Damnjanovic mit einer Bogenlampe, die sich aufs Tornetz senkte, für den ersten kleinen Aufreger.

Im zweiten Durchgang erreichte die Begegnung jedoch nicht mehr das gute Niveau der ersten Hälfte, lebte dafür von der Spannung. Die schien in der 73. Minute zu schwinden, Schiedsrichterin Angelika Söder verweigerte dem regelkonformen Kopfballtor von Alexandra Popp allerdings die Anerkennung.

Der Pokalsieg für die Favoritinnen war aber nur aufgeschoben. Sieben Minuten nach Söders Fehlentscheidung bediente Popp Mitspielerin Isabel Kerschowski mit einem Steilpass. Kerschowski ihrerseits passte im richtigen Moment quer auf Jakabfi – und die Schützin des frühen Führungstreffers sorgte nun auch für die Entscheidung.

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