Sport : DFB-Pokal: Eine Woche Ruhe - Hertha im Pokal-Wettbewerb

Stefan Hermanns

Im Deutschen Pokal-Gesetzbuch, das bekanntermaßen erhebliche Unterschiede zu allen anderen Fußball-Gesetzessammlungen aufweist, ist Hertha BSC ein eigenes Kapitel gewidmet. Für den Berliner Bundesligisten gilt nämlich die Regel: Bevor in den deutschen Fußgängerzonen die Weihnachts-Lichterketten aufgehängt werden, muss sich Hertha aus dem nationalen Pokalwettbewerb verabschiedet haben. Die erste Gelegenheit, dieser gesetzlichen Forderung nachzukommen, haben die Berliner gestern verpasst. Aber ihnen bleibt ja noch die zweite Hauptrunde am 9. und 10. Oktober - vielleicht gegen Mannschaften wie Erfurt, Uerdingen oder Oberhausen.

Zum Thema Fotostrecke I: Hertha Backstage
Fotostrecke II: Die Bilder der Saison 01/02 Schon in Babelsberg hat sich Hertha zumindest eine Halbzeit lang nach Kräften bemüht, die Dreifachbelastung aus Meisterschaft, nationalem und internationalem Pokalwettbewerb zeitig zu reduzieren. Dann aber entschlossen sich die favorisierten Profis aus der Hauptstadt doch noch kurzfristig, das Spiel gegen den Zweitligaaufsteiger zu gewinnen - mit viel Dusel und mit dem entscheidenden Tor in vorletzter Minute. Aber wen interessiert das morgen noch? Wichtig ist, dass jetzt alles wieder gut wird. Doch ist das wirklich so? Zumindest bricht jetzt bei Hertha nicht alles zusammen.

Als Trainer Jürgen Röber am Tag vor dem Pokalspiel gegen Babelsberg gefragt wurde, was im Falle einer Niederlage passieren würde, hat er nur gelacht. Man kann sich die Folgen ungefähr ausmalen. Und man kann auch verstehen, dass Röber lieber nicht an das Undenkbare denken wollte. Herthas Sieg hat allen Beteiligten nun ein bisschen Ruhe beschert. Am Dienstag werden sie alle lachen, wenn sie zum Training erscheinen. Und dann freuen sie sich auf eine angenehme Woche ohne Krisensitzungen und Strafmaßnahmen. Die Sau, die ab jetzt durchs mediale Dorf gejagt wird, heißt weder Röber noch Hertha. Das liegt nicht unbedingt am grandios herausgespielten Sieg von Babelsberg. Es liegt vor allem am weitaus interessanteren Länderspiel Deutschland gegen England am nächsten Samstag. Tja, manchmal muss man eben auch Glück haben.

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