DFB-Pokal : FC Bayern ringt Regionalligist Burghausen nieder

Die Niederlage gerade noch einmal verhindert: Der FC Bayern hat Regionalligist Wacker Burghausen im DFB-Pokal erst im Elfmeterschießen besiegt. Nur mit Mühe hatte man sich überhaupt in die Verlängerung gerettet.

Wacker
Wacker gekämpft: Burghausen brachte die Bayern ganz schön ins Schwitzen. -Foto: ddp

BurghausenOliver Kahn hat den FC Bayern München in einem Elfmeter-Krimi vor einem peinlichen Erstrunden-Aus im DFB-Pokal bewahrt. Der zuvor nahezu beschäftigungslose Torhüter avancierte mit zwei gehaltenen Schüssen zum Helden beim 4:3 (1:1, 0:0) im Elfmeterschießen beim Regionalligisten Wacker Burghausen. Fünf Tage vor dem Bundesliga-Start standen die Amateure kurz vor einer Sensation gegen den Rekord-Pokalsieger. Erst spät hatte Miroslav Klose (79.) die Bayern nach einem 0:1-Rückstand noch in die Verlängerung gerettet. Damit konnte der Rekord-Meister trotz drückender Überlegenheit erst im Shootout das dritte Erstrunden-Aus nach 1991 und 1994 verhindern.

Vor 11.582 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Wacker- Arena hatte Thomas Neubert (61.) die Gastgeber am Montagabend völlig überraschend in Führung gebracht. Die runderneuerten Bayern gingen gegen den Regionalligisten, den Trainer Ottmar Hitzfeld sogar zwei Mal beobachten ließ, zwar von Beginn an hochkonzentriert zu Werke und gaben einen vielversprechenden Vorgeschmack dessen, was die Fans in der kommenden Spielzeit erwarten dürfte. Doch der 13-malige Pokalsieger und frisch gekürte Ligacup-Champion scheiterte über 120 Minuten immer wieder am überragenden Wacker-Torhüter Manuel Riemann.

Magnet im Handschuh

"Da steht einer im Tor, der hat einen Magnet im Handschuh", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß vor dem Elfmeterschießen über den erst 18 Jahre alten Riemann. Doch schließlich war auch dieser machtlos.

«Wir haben uns wie auf jedes Bundesliga-Spiel vorbereitet», hatte Hitzfeld vor der Partie gesagt. Doch ohne Willy Sagnol, Jan Schlaudraff, Valérien Ismael, Mats Hummels, Lukas Podolski und Luca Toni vergab das Star-Ensemble von der Isar in einer temporeichen Anfangsphase gleich reihenweise gute Torchancen. Der französische Neuzugang Franck Ribéry prüfte bereits nach 17 Sekunden Wacker- Torhüter Manuel Riemann. Auch gegen Klose (13.), Hamit Altintop (17.) und Marcell Jansen (19.) war der überragende Riemann zur Stelle.

Und als der 18-Jährige dann nach einer Hereingabe von Jansen doch erstmals geschlagen war, konnte Verteidiger Sebastian Wolf den Schuss von Klose (34.) von der Linie schlagen. Auf der Gegenseite prüfte Levente Schultz Bayern-Keeper Oliver Kahn mit einem frechen Distanzschuss (2.). "Wir sehen schönen Fußball und fantastische Kombinationen. Allerdings haben wir es versäumt, aus den tollen Torchancen was zu machen", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß zur Pause.

Vor den Augen von Roland Stein, der vor 13 Jahren mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg für den damaligen Bayernligisten TSV Vestenbergsgreuth für das letzte Erstrunden-Aus der Bayern im DFB- Pokal gesorgt hatte, standen die Gastgeber auch im zweiten Durchgang dicht gestaffelt und machten den Münchnern das Leben schwer. Mit seinem Kopfballtor drehte Neubert den Spielverlauf komplett. Bis dahin war Kahn bis auf den Schuss von Schultz beschäftigungslos.

Doch als die Sensation in der Luft hing und die Burghauser Fans die ersten Hohngesänge in Richtung der Bayern-Anhänger anstimmten, rettete Klose die Gäste in die Verlängerung. Als diese torlos blieb, musste die Elfmeter-Lotterie die Entscheidung bringen. (mit dpa)

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