DFB-Pokal : Hertha BSC blamiert sich bis auf die Knochen

Für Hertha BSC bleibt ein Pokalfinale im heimischen Olympiastadion ein Traum. Diesmal war schon in der zweiten Runde des DFB-Pokals Endstation - bei einem Regionalligisten.

Carsten Lappe[dpa]
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Hertha BSC geriet beim Drittligisten aus Wuppertal ins Straucheln. -Foto: dpa

WuppertalDurch Tore von Sven Lintjens (81.) und Tim Jerat (86.) zog der Wuppertaler SV vor 12.399 Zuschauern im Stadion am Zoo ins Achtelfinale ein und sorgte mit dem 2:0 (0:0) für den größten Pokalerfolg seit 1963. Vor 44 Jahren scheiterten die Bergischen erst im Halbfinale gegen den späteren Cup-Sieger Hamburger SV (0:1). Seitdem war der WSV stets spätestens in der zweiten Runde ausgeschieden.

Die Hertha scheiterte dagegen wie schon 2004/2005 und 2005/2006 frühzeitig an einem Regionalligisten. Vor zwei Jahren schied der Hauptstadt-Club mit 3:4 n.V. beim FC St. Pauli aus und ein Jahr zuvor unterlag die Hertha bei Eintracht Braunschweig mit 2:3. Zudem erwies Josip Simunic seiner Mannschaft mit einer Tätlichkeit einen Bärendienst und sah die rote Karte (75.).

Bei den Berlinern fehlten Brasiliens Nationalspieler Gilberto (Wadenzerrung) und der kurzfristig ausgefallene Marco Pantelic (Oberschenkelverhärtung) an allen Ecken und Enden. Pantelic-Ersatz Solomon Okoronkwo bemühte sich zwar, hatte aber mit einem Pfostentreffer (28.) und einem Schuss knapp über das Tor (46.) Pech. Der für Gilberto ins Team gekommene einmalige polnische Nationalspieler Lukasz Piszczek blieb dagegen blass.

Emotionslose Hertha

Der Tabellenzweite der Regionalliga Nord kämpfte aufopferungsvoll, spielte aber zunächst in vielen Situationen zu überhastet. Vor allem der zehnfache Liga-Torschütze Mahir Saglik wirkte in der ersten Hälfte sehr nervös. Gleich zwei Mal (20./37.) scheiterte der Stürmer in aussichtsreicher Position. Der Bundesligist spielte emotionslos, hatte aber nach einem Fehler von WSV-Keeper Christian Maly die große Chance zur Führung durch Tobias Grahn (16.).

Auch in der zweiten Hälfte vergab der schwedische Nationalspieler aus acht Metern (53.). Die beste Berliner Chance nach dem Wechsel vergab Nationalspieler Arne Friedrich (60.) per Kopf, als er am glänzend reagierenden Maly scheiterte. Nach einer kurzen Drangphase der Hertha nach dem Wechsel hatte die Amateure wiederum durch den gefährlichsten Wuppertaler Saglik (56./72.) hervorragende Möglichkeiten. Nach dem Platzverweis für Simunic kämpfte der WSV die ersatzgeschwächten Gäste nieder und siegte am Ende verdient.

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